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Rotor- oder Propellerkraft: Neue Flugmodelle für Einsteiger

Bonn (dpa/gms) - Länger als zwei Sekunden lässt man sie am besten nicht aus den Augen, sonst stürzen sie womöglich ab. Trotzdem finden Modellhubschrauber immer mehr Anhänger.

Vor allem deshalb, weil sich viele neue «Helis» zwar noch immer nicht gerade einfach, aber dennoch weitaus leichter fliegen lassen als zuvor. Bei Flugzeugmodellen gibt es ebenfalls viele Neuheiten - die mit den Hubschraubern eines gemeinsam haben: Die meisten von ihnen müssen nur aus der Verpackung geholt werden, und sobald der Akku aufgeladen ist, geht es los.

Bei etwa 80 Prozent der aktuellen Modelle müsse so gut wie nicht mehr gebastelt werden, sagt Tom Wellhausen, Sprecher des Deutschen Modellflieger Verbandes (DMFV) in Bonn. «Vor 10, 15 Jahren gab es zwar auch schon so genannte Schnellbaukästen. Aber da saß man unter Umständen trotzdem Wochen oder Monate lang dran.» Darauf sind heute nur noch eingefleischte Modellbauer scharf. Für viele andere Luftfahrtfans steht stattdessen das Fliegen im Mittelpunkt.

Wenn es in die Luft geht, dann immer öfter mit Hubschraubern, die teilweise weniger als 200 Euro kosten. «Der Trend geht definitiv zu Helikoptern», sagt Wellhausen - und das liegt am Koaxial-Rotor: «Das sind zwei Rotoren übereinander, die sich gegeneinander drehen. Dadurch lassen sich die Helikopter auch für Anfänger verhältnismäßig einfach steuern.» Mit älteren Modellen dauerte es oft ewig, bis Neulinge sie überhaupt in die Luft bekamen: Sie legten schon vorher Bruchlandungen hin. Daher waren die leichter zu steuernden Flugzeuge lange beliebter.

Ein Heli für Einsteiger aus dem aktuellen Katalog von Robbe aus dem hessischen Grebenhain ist der «Lama». Bei nur 37 Zentimetern Länge ohne Rotor ist er 235 Gramm leicht. Das macht ihn wie die meisten Koaxial-Modelle zu einem Fluggerät für drinnen - es sei denn, draußen ist es absolut windstill. Laut Michael Müller von Robbe verbirgt sich hinter der Tatsache, dass die kleinen Helis etwas für das Wohnzimmer sind, ein weiterer Vorteil gegenüber Flugzeugen: «Mit denen stellt man sich einfach irgendwo hin, für einen Flugzeugstart braucht es Platz.»

Ein paar Zentimeter länger, aber genauso leicht wie der «Lama» ist der «Jet Ranger» von Graupner aus Kirchheim/Teck in Baden-Württemberg. Sein Rumpf besteht aus dem Kunststoff GFK - auch das ist ein Trend bei den Hubschraubern ebenso wie bei den Flugzeugen: Balsaholz kommt längst nicht mehr so häufig zum Einsatz wie früher. «Kunststoffmodelle überstehen Abstürze besser», erklärt Graupner-Sprecherin Uta Berndt.

Zu den Neuheiten beim Hersteller Jamara aus dem baden-württembergischen Aichstetten zählt der Koaxial-Hubschrauber «Apachi». Geflogen wird er wie fast alle Einsteiger-Helis mit einer Vier-Kanal-Fernsteuerung. «Jeder Kanal steht für eine Funktion», erklärt Tom Wellhausen: Kanal Nummer 1 für «hoch/runter», Kanal 2 für Drehungen auf der Stelle um die Hochachse, Kanal 3 für «vorwärts/rückwärts» und Kanal Nummer 4 für Bewegungen nach schräg links oder rechts.

Ob Hubschrauber oder Flugzeug: Angetrieben werden immer mehr von ihnen nicht mehr von Verbrennungs-, sondern von Elektromotoren. Das ist zum Beispiel mit deutlich weniger Krach verbunden. «Durch neue Techniken bei den Elektromotoren kann man sie auch in richtig große Flugzeuge einbauen», sagt Manuel Natterer von Jamara. Der Hersteller hat etwa in seinem 2,60-Meter-Modell Extra 330L ein Elektro-Aggregat untergebracht. Älteren Strommotoren hätte die Kraft gefehlt, ein solches Monstrum vom Boden abheben zu lassen.

Nicht nur für so große, sondern für alle Flugmodelle, besteht eine Versicherungspflicht - um im Schadensfall den Ärger möglichst gering zu halten. Das gilt nach Worten von Walter Felling, Rechtsanwalt und Modellflugexperte aus Soest, streng genommen auch für die kleinen Helis fürs Wohnzimmer. «Man kann seine Haftpflichtversicherung um 'Modellflug' erweitern.» Eine andere Möglichkeit sei es, einem Verein beizutreten - Mitglieder sind automatisch versichert.

Und nicht jeder Flieger darf ohne weiteres starten. So ist zum Beispiel für Modelle ab fünf Kilo Gewicht eine «Aufstiegserlaubnis» nötig. Dafür zuständig ist die Luftfahrtbehörde, die je nach Bundesland bei den Bezirksregierungen, den Regierungspräsidien oder beim Wirtschafts- oder Verkehrsministerium angesiedelt ist.

In jedem Fall zur Behörde muss, wer sich ein Modell für waschechte Freaks zulegt: einen Jet. «Hier geht der Trend zur Turbine», sagt Uta Berndt von Graupner. «Sie wird mit Kerosin betrieben.» Zu einem Thema nur für die ganz Hartgesottenen macht die Jets bereits der Preis: Der «Harpoon 2» von Graupner etwa kostet mit allem Drum und Dran sage und schreibe rund 7000 Euro. Dazu kommt, dass solche Flugzeuge mit bis zu 400 Stundenkilometern durch die Luft sausen. «Wenn Sie so ein Ding sehen, wissen Sie nicht, ob das ein Modell ist oder ein echter Jet.»

Deutscher Modellflieger Verband: www.dmfv.aero

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