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Rodin und die griechische Antike

London. In der griechischen Antike fand Auguste Rodin Inspiration. Dafür reiste er aber nicht nach Athen, sondern nach London. Das British Museum begibt sich auf die Spuren des berühmten Bildhauers.

Rodin und die griechische Antike

Auguste Rodin, Bürger von Calais, 1889. Foto: Marcela Gutiérrez/NOTIMEX

Das British Museum in London zeigt Meisterwerke von  Auguste Rodin an dem Ort, wo der „Vater der modernen Bildhauerei“ seine Inspiration fand.

Erstmals werden in einer neuen Ausstellung Werke des französischen Bildhauers (1840-1917) den Skulpturen und Fragmenten des Parthenon-Tempels aus dem Akropolis-Komplex in Athen gegenübergestellt, die im Besitz des British Museum sind. „Mir war es wichtig, diese Ausstellung am Ort der Begegnung zu zeigen“, sagte British Museum-Chef Hartwig Fischer der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ausstellung „Rodin und die Kunst der Griechischen Antike“ (26.4. - 29.07.) erlaube es dem Besucher, „Rodin völlig neu zu sehen und zu begreifen“, sagte Fischer.

Rodin kam erstmals 1881 nach London und quartierte sich danach häufig in einem Hotel gegenüber dem British Museum ein, um die dortige griechische Sammlung zu studieren und Skizzen anzufertigen.

Für Rodin, der trotz einer Einladung des damaligen griechischen Königs nie persönlich nach Athen reiste, war London „Ersatz für Athen“, wird erklärt. Seine Begegnung mit den Marmorskulpturen und Fragmenten aus dem Parthenon-Fries, die 1801 vom damaligen britischen Botschafter Lord Elgin nach London verschleppt worden waren, habe in Rodin eine „dauerhafte Leidenschaft“ entfacht.

Unter den rund 80 ausgestellten Werken, die zum großen Teil aus dem Musée Rodin in Paris nach London gebracht wurden, sind seine Meisterwerke „Der Kuss“ (1882) und „Der Denker“ (1902), sowie „Bürger von Calais“ (1889) und das unvollendete „Höllentor“. So wird zum Beispiel durch eine direkte Gegenüberstellungen von „Der Kuss“ mit der 2500 Jahre alten Marmor-Skulptur von zwei eng umschlungenen kopflosen griechischen Göttinen der Einfluss auf Rodins Werk verdeutlicht.

„Ein Museum ist kein Aufbewahrungsort für abgelagerte Kulturen,“ sagte Fischer zu der ersten großen Ausstellung unter seiner Regie. Es gehe darum, „durch Sehen und Vergleichen neu zu begreifen, was sich zwischen Werk und Werk und Künstler und Künstler abspielt.“ 

Das Thema des zwischen Großbritannien und Griechenland umstrittenen Besitzes der sogenannten Elgin Marbles im British Museum stellt sich für Fischer nicht. „Hier kommen Kunst und Weltkulturen aus zwei Millionen Jahren zusammen. Wenn es überhaupt ein Museum in der Welt gibt, das es uns erlaubt zu vergleichen und Zusammenhänge zu begreifen und neu zu definieren, dann ist es dieses.“

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