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Ralph Siegel: Echo-Aus war kluge Entscheidung

München. Die Abschaffung des Echos war folgerichtig, sagt der Musikproduzent Ralph Siegel im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Doch einen neuen Musikpreis zu etablieren, wird seiner Meinung nach nicht so schnell gehen.

Ralph Siegel: Echo-Aus war kluge Entscheidung

Die Abschaffung des Echos war folgerichtig, findet Ralph Siegel. Foto: Matthias Balk

Der Echo-Musikpreis ist Geschichte. Für den Musikproduzenten Ralph Siegel (72) ist das nach der Debatte um die Auszeichnung der umstrittenen Musiker Kollegah und Farid Bang folgerichtig.

Dass die Preisvergabe an das Rapperduo einen Skandal erzeugen würde, war nach Ansicht des Echo-Lebenswerk-Preisträgers vorhersehbar.

Frage: Was sagen Sie zu der Entscheidung, den Echo-Preis abzuschaffen?

Antwort: Ich bin der Meinung, dass die Entscheidung klug durchdacht ist, denn „der Echoskandal“ hat diesen Preis mit Sicherheit beschädigt. Dies nicht nur in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit, sondern es beträfe auch die neuen oder zukünftigen Preisträger einer „Leuchtturm-Ehrung“ des Bundesverbandes der Musikindustrie. Außerdem fand ich die öffentliche Entschuldigung des Verbandsvorsitzenden sehr angenehm und gut.

Frage: Welche Bedeutung hatte der Echo für die Musikbranche, insbesondere die Musiker?

Antwort: Jede öffentliche Auszeichnung tut einem Künstler mehr als gut, besonders wenn sie in Deutschland stattfindet. Was der Grammy Award in den USA ist, war der Echo in „Good old Germany“, und so kamen auch die Künstler gerne aus aller Welt, um die Ehrung in Empfang zu nehmen. Wir begrüßen natürlich alle, dass nun eine neue Form der Ehrung in der deutschen Musikindustrie etabliert werden soll, aber es wird schon einige Zeit in Anspruch nehmen, den Nachfolger-Preis zu etablieren!

Frage: Was ist Ihre Meinung zu der Debatte um Kollegah und Farid Bang?

Antwort: Mehr als unglücklich gelaufen, denn man hätte vorausahnen können, dass die Verleihung an diese Herren, mit ihren antisemitischen und unfassbaren Texten, nicht ohne Folgen bleiben wird. Meinungsfreiheit ja, aber eine Zensur aus wichtigen moralischen oder politischen Gründen sollte auch bei einer öffentlichen „Ehrung“ stattfinden. Die Echos zurückzugeben, fand ich übrigens fragwürdig, denn eigentlich hatte dieser Missgriff der Verantwortlichen mit den Ehrungen der alten Echopreisträger nur bedingt zu tun. Das Zeichen von Daniel Barenboim ist mehr als nachzuvollziehen, hätte aber genügt!

ZUR PERSON: Ralph Siegel (72) ist ein deutscher Schlagerkomponist und Produzent aus München. Er schrieb unter anderem den Hit „Ein bisschen Frieden“ für die Sängerin Nicole - sie gewann damit 1982 den Eurovision Song Contest. 2007 erhielt er den Echo-Musikpreis für sein Lebenswerk.

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