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Vertrauensperson für Schüler und Firmen

Lucia Deiters

Projektkoordinatorin für das Jugend-Orientierungs-Praktikum (JOP), so lautet die neue Aufgabe für Lucia Deiters. Sie nennt sich selbst „Brückenbauerin“.

Raesfeld

, 23.02.2018
Vertrauensperson für Schüler und Firmen

Lucia Deiters (r.) ist die neue Projektkoordinatorin für das Jugend-Orientierungs-Praktikum, mit dem Alexanderschülern der Weg in die Ausbildung erleichtert werden soll. Ein Projekt, an dem auch mitarbeiten (v.l.): Hans-Dieter Strothmann (Jugendwerk), Matthias Stroetmann (Rektor der Alexanderschule), Helmut Ackmann (Unternehmer und Präsident des Rotary Clubs Lippe-Issel), Bürgermeister Andreas Grotendorst, Schulsozialarbeiter Uli Cluse und Claudia Wiemer (Verwaltung). © Foto: Berthold Fehmer

Für viele Alexanderschüler ist der Schritt von der Schule in den Beruf ein großer. Rektor Matthias Stroetmann sagt, dass im jetzigen Zehnerjahrgang im Realschulzweig „alle unter“ seien, also wüssten, ob sie eine Lehrstelle antreten oder weiter zur Schule gehen. Im Hauptschulzweig sehe das anders aus: „Fünf Leute haben eine feste Lehrstelle.“ Etwa zehn wollten weiter zu Schule gehen und für sie sei das auch in Ordnung. „Bleiben zehn Leute, wo geguckt werden muss“. Diese „Gucken“ soll nun auch Lucia Deiters mit übernehmen. Helmut Ackmann, Präsident des Rotary Clubs Lippe-Issel, hat die Stelle der 54-Jährigen finanziell erst einmal für drei Jahre gesichert, die beim Jugendwerk angesiedelt ist. Der Geschäftsführer von „Hetkamp Einrichtung und Mode“ kennt die Probleme im Handwerk: „Uns fehlt der Nachwuchs. Wir haben für unsere super modern ausgestattete Schreinerei keinen Auszubildenden bekommen.“ Er sagt auch: „Ich muss keine Leute vom Gymnasium haben.“

Kleine Hürden

Stroetmann weiß, dass es oft kleine Hürden sind, an denen die Schüler beim Übergang ins Berufsleben scheitern. „Schüler, die Schwierigkeiten haben in ihrer schulischen Laufbahn, brauchen oftmals einen persönlichen Schubs in die richtige Richtung.“ Manche würden nur mit der Schule weitermachen, weil sie keine Alternative sähen. „Obwohl sie an der Schule gar nicht so glücklich sind. Sie sind ausbildungsreif.“

Deiters will nun Kontakte zu Schülern und Betrieben aufbauen. Und verhindern, dass Kontakte zwischen Schülern und Betrieben im Sand verlaufen, weil „die Schüler sich den nächsten Schritt nicht trauen“. Ihr Angebot an die Schüler: „Ich laufe ein bisschen vor euch und nehme euch an die Hand.“

So sollen Schüler zusätzlich zu den vorgeschriebenen Praktika in der Schule die Möglichkeit erhalten, an Nachmittagen, samstags oder in den Ferien in weitere Raesfelder Betriebe hineinzuschnuppern. Rotary Club, Bürgerstiftung, Alexanderschule, Ortsmarketing, das Jugendwerk, die Gemeinde Raesfeld und lokale Firmen wollen so die heimische Wirtschaft stärken und junge Menschen in Raesfeld halten.

„Horizont erweitern“

„Vertrauen schaffen“ zwischen Schule, Schülern und Betrieben sei eine der wichtigen Aufgaben Deiters, sagt Hans-Dieter Strothmann als Vorsitzender des Jugendwerks. Immer donnerstagvormittags wird Deiters für die Schüler im Berufsberatungsraum ansprechbar sein. Und auch in die Klassen der Jahrgänge acht bis zehn gehen, um gerade „die jungen Leute an die Hand zu bekommen, die vielleicht auch ein bisschen stiller sind“. Claudia Wiemers von der Verwaltung bezeichnet ebenfalls als Deiters Aufgabe, „den Leuten den Horizont zu erweitern“. Denn die Fülle an Ausbildungsmöglichkeiten in Raesfeld sei den Schülern meist nicht bekannt.

Ansprechbar für alle will Deiters sein, weshalb derzeit ein Flyer für Firmen erstellt wird, der auch Deiters Kontaktdaten enthalten wird. Mit den Schülern werde sie auch so kommunzieren, wie es für diese bereits im Alltag selbstverständlich ist: per WhatsApp.