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Stolpersteine und Gedenktafel am "Judenhaus"

Am Holocaust-Tag

Am weltweiten Holocaust-Gedenktag wurden vor den Häusern Weseler Straße 12 und Klümper Straße 8 Stolpersteine verlegt. An der Weseler Straße wurde zusätzlich eine Gedenktafel enthüllt.

RAESFELD

von Von Rüdiger Eggert

, 28.01.2011

Eine lange Lichterkette verband die beiden Gedenk-Orte miteinander. Sieben Stolpersteine wurden verlegt in Gedenken an jüdische Bürger, die in Konzentrationslagern umgebracht wurden. An dem so genannten "Judenhaus", Wesel Straße 12, wurde zusätzlich eine Gedenktafel enthüllt. Die Gemeinde Raesfeld, die evangelische und katholische Kirche sowie die CDU Raesfeld trugen die Kosten für die Tafel zu gleichen Teilen.

Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig hat das Projekt "Stolpersteine" ins Leben gerufen und verlegt sie seit 1997. In Raesfeld ließ er sich entschuldigen und genehmigte die Verlegung durch den Raesfelder Bernd Kölking. Gedenktafel erzählt die Geschichte Die Steine vor dem Haus an der Weseler Straße tragen die Namen von Herz Elkan, Amalie Elkan, Jette Elkan, Salamon Elkan und Sarah Leben-stein. Die Gedenktafel an der Seite des Hauses erzählt die Geschichte des "Raesfelder Judenhaus", 1942 wurden die letzten Juden der Gemeinde zwangsweise in das Haus einquartiert. Am Montag, dem 27. Juli 1942, wurden die letzten jüdischen Mitbürger aus dem "Judenhaus" nach Theresienstadt deportiert. Vor dem Eingang des Hauses Klümperstraße 8 wurden zwei Stolpersteine mit den Namen von Lenchen Rosenbaum und Nathan Elkan verlegt. Lenchen Rosenbaum war eine der ersten Raesfelder Juden, die in ein Konzentrationslager verschleppt wurde. Sie wurde 1944 im KZ-Stutthoff bei Danzig umgebracht.Gedenkminute An beiden Gedenk-Orten wurden von Jugendlichen der evangelischen Lukasgemeinde die Lebensläufe der ermordeten Raesfelder Juden verlesen. Reinhard Kipp trug zur Musik seiner Drehorgel Lieder aus dem Warschauer Ghetto vor. "Wirklich tot sind nur jene, an die man sich nicht erinnert", zitierte Bürgermeister Andreas Grotendorst ein jüdisches Sprichwort. Am Ende seiner Ansprache bat er um eine Minute des Gedenkens.