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Prostituierte erwürgt: 28-Jähriger lebte Fantasien aus - und soll Domina umgebracht haben

Bizarrer Mordprozess

Ein 28-Jähriger Duisbuger war Kunde im SM-Studio einer Domina in Essen. Bei seinem letzten Besuch wollte er zuerst als Baby behandelt werden, dann brachte er laut Anklage die Domina um.

ESSEN

, 10.08.2018
Prostituierte erwürgt: 28-Jähriger lebte Fantasien aus - und soll Domina umgebracht haben

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Timo Scharrmann. © Jörn Hartwich

Erst wollte er als Baby behandelt werden, dann legte er einer Essener Prostituierten angeblich eine Kordel um den Hals. Ein bizarrer Mordprozess beschäftigt seit Freitag die Justiz.

Es war der 19. Februar 2018, als die Essener Prostituierte Monika E. tot in ihrem privaten SM-Studio gefunden wurde. Ihre Leiche lag auf dem Bett, unter Kleidungsstücken versteckt.

DNA-Spur führte zum Verdächtigen

Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass die 62-Jährige mit ihren eigenen Haaren erdrosselt worden ist. Sie hatte sogenannte Hair-Extensions, mit denen ihre Haare künstlich verlängert worden waren. Doch dann entdeckten die Beamten eine Kordel mit männlicher DNA.

Die Spur führte nach Duisburg, zu einem 28-jährigen Mann, der noch bei seinen Eltern wohnte. Er soll ein langjähriger Kunde von Monika E. gewesen sein. Schon 2009 soll er erstmals die Dienste der Essener Domina in Anspruch genommen haben.

Laut Anklage hatte er sich für den 17. Februar mit der 62-Jährigen verabredet. Er war nach Essen gefahren, hatte ihr in ihrem „Arbeitszimmer“ seine neuen sexuellen Phantasien erläutert. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er als Adult-Baby, als erwachsenes Baby behandelt und auch bestraft werden wollte.

Als die 62-Jährige daraufhin die entsprechenden Utensilien (Windel etc.) holen wollte, soll er ihr von hinten eine Kordel um den Hals gelegt und so lange zugezogen haben, bis der Tod eintraf. Laut Anklage hat er die Leiche aufs Bett gelegt und mit Kleidung verdeckt haben.

Bei seiner Festnahme zwei Tage später hatte die Polizei unter seinem eigenen Bett das Handy der 62-Jährigen gefunden. Die Handtasche, eine Handyhülle und eine Laptoptasche, die ebenfalls der Prostituierten gehört haben sollen, soll er zuvor in einem Düsseldorfer Altpapiercontainer entsorgt haben. Dort hatte sie ein Passant entdeckt.

Nach der Tat zündete er die Wohnung der Eltern an

Weil der Angeklagte nach der Tat in Essen auch noch zwei Zimmer in der Duisburger Wohnung seiner Eltern angezündet haben soll, lautet die Anklage nicht nur auf Mord, sondern auch auf Brandstiftung.

Zum Prozessauftakt vor dem Essener Schwurgericht hat sich der 28-Jährige nicht zu den Vorwürfen geäußert. Auch zu seinem Lebenslauf will er schweigen. Nach Angaben seines Verteidigers Timo Scharrmann bestreitet er den Mord.

Es soll allerdings Anhaltspunkte dafür geben, dass er der letzte war, der die Wohnung von Monika E. betreten hat. Mit einem Urteil ist voraussichtlich erst im November zu rechnen.