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Protest gegen Rodung

Polizei bereitet Großeinsatz am Hambacher Wald vor

Kerpen Schon bald könnten die umstrittenen Rodungen im Hambacher Wald beginnen. Ein Gericht hat den Weg frei gemacht, aber Braunkohlegegner wollen sich nicht damit abgeben. Das ließen sie bereits am Wochenende erkennen. Die Polizei rechnet mit einem Großeinsatz.

Polizei bereitet Großeinsatz am Hambacher Wald vor

Die Polizei bereitet sich auf mögliche Rodungen im Hambacher Forst vor. Foto: dpa

Nach der gescheiterten Klage gegen die Rodungen im Hambacher Wald und ersten Blockaden im Braunkohlerevier bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz vor. „Natürlich planen wir den Einsatz“, sagte eine Polizeisprecherin. „Wir wissen allerdings nicht genau, wann RWE nach den Vorarbeiten mit der richtigen Rodung beginnen will.“ Der Energiekonzern hat sich bislang noch nicht konkret zu einem Zeitplan geäußert. Eine Sprecherin betonte aber am Sonntag, die für das Winterhalbjahr vorgesehenen Rodungen würden „zeitnah“ beginnen..

Das Verwaltungsgericht Köln hatte die Rodungen am vergangenen Freitag in erster Instanz erlaubt. Dieses Urteil schaffe weitere Planungssicherheit, hieß es bei RWE. „Der Tagebaubetrieb kann und wird unverändert weiterlaufen.“

Aktivisten ketten sich an Bahngleis

Während es in der Nacht zum Sonntag ruhig blieb, war die Polizei am frühen Samstagmorgen gegen mehrere Braunkohlegegner ausgerückt, die sich an ein Bahngleis gekettet hatten. Sechs Aktivisten waren vorläufig festgenommen worden. In Kerpen war zudem eine Trafostation in Brand gesetzt und zerstört worden.

Seit Jahren spitzt sich der Konflikt um den Forst zu. Zuletzt hatte das Verwaltungsgericht in Köln eine Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in erster Instanz abgewiesen und somit die Fortführung des Braunkohletagebaus ermöglicht.

Der BUND stellte nach eigenen Angaben unmittelbar nach der Gerichtsentscheidung beim Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) einen Antrag, um die Rodungen vorerst zu verhindern. Außerdem wollen die Umweltschützer in die nächste gerichtliche Instanz gehen. Nach Überzeugung der Richter verstößt die Rodung des Hambacher Waldes nicht gegen europäisches Umweltrecht.

Attacken auf RWE-Mitarbeiter und Polizisten

Neben friedlichen Protesten gibt es immer wieder Attacken auf RWE-Mitarbeiter und Polizisten. Die Aachener Polizei rechnet bei den anstehenden Rodungen mit Widerstand und hat sich auf einen größeren Einsatz eingestellt.

Nach Polizeiangaben besteht die Waldbesetzer-Szene aus rund 200 tendenziell gewaltbereiten Protestlern der linksautonomen Szene. Einige von ihnen leben in Baumhäusern und Zelten in dem Teil des Waldes, der gerodet werden soll. Erfahrungsgemäß rechnet die Polizei auch damit, dass die Waldbesetzer Erdhöhlen gegraben haben.

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