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Pleite gegen Lyon: Wolfsburg verpasst zweites Triple

Kiew. Der zweite Kraftakt innerhalb von fünf Tagen war für den VfL Wolfsburg zuviel. Die Grün-Weißen verpassten im Champions-League-Finale gegen Titelverteidiger Lyon das zweite Triple der Clubgeschichte. Jubeln durfte dagegen Dzsenifer Marozsan.

Pleite gegen Lyon: Wolfsburg verpasst zweites Triple

Die Wolfsburgerin Alexandra Popp (l) beim Duell mit Lyons Ada Hegerberg. Foto: Ina Fassbender

Entkräftet und mit Tränen in den Augen sanken die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg zu Boden, Torfrau Almuth Schult bugsierte den Ball voller Frust ins eigene Tor. Trotz einer erneuten Energieleistung ist der Traum vom zweiten Triple für den deutschen Meister noch geplatzt.

Fünf Tage nach dem DFB-Pokalsieg scheiterte der deutsche Meister im Champions-League-Finale erst in der Verlängerung an der französischen Übermannschaft Olympique Lyon. Das Team von Trainer Stephan Lerch verlor am Donnerstagabend in Kiew nach umkämpften 120 Minuten mit 1:4 (0:0) gegen den Titelverteidiger, der damit zum dritten Mal in Serie die Königsklasse der Frauen gewann.

Vor 14.237 Zuschauern im vollbesetzten Walerij-Lobanowski-Stadion fiel die Entscheidung erst in der Verlängerung, als Amandine Henry (98.), Eugenie Le Sommer (99.) und Ada Hegerberg (102.) innerhalb weniger Minuten das Spiel drehten. Den Schlusspunkt setzte Camille Abily für Lyon (116.). Zuvor hatte die Dänin Pernille Harder Wolfsburg noch in Führung gebracht (93.).

Doch die Kräfte reichten nicht mehr aus, zumal der VfL nach einer Gelb-Roten Karte für Alexandra Popp ab der 96. Minute in Unterzahl agierte. Erst am vergangenen Samstag hatte der VfL beim Pokal-Triumph gegen den FC Bayern in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen gehen müssen. Damit machte Lyon einmal mehr die Hoffnungen der Grün-Weißen auf den dritten Champions-League-Sieg nach 2013 und 2014 zunichte. 2013 hatte Wolfsburg auch alle drei Titel der Saison abgeräumt.

„Wir waren voller Euphorie, dann kam der Platzverweis. Das hat das Spiel verändert“, sagte Torfrau Schult. „Die Champions League bleibt weiter unser Ziel.“ Alexandra Popp war untröstlich: „Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen. Ich habe sie in die Bredouille gebracht. Das war die Kehrtwende im Spiel.“ DFB-Präsident Reinhard Grindel zollte auch den Verliererinnen Respekt: „Es war ein großer Kampf von Wolfsburg, wobei Lyon über 120 Minuten die bessere Mannschaft war. Am Ende war es in Unterzahl schwierig.“

Eine Deutsche durfte aber doch jubeln. Dzsenifer Marozsan triumphierte wie im Vorjahr mit Lyon und krönte eine weitere perfekte Saison. Die Mittelfeldspielerin war gerade erst zur Fußballerin des Jahres in Frankreich gewählt worden.

„Es werden sich zwei Top-Mannschaften begegnen, die sich alles abverlangen werden“, hatte Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch angekündigt. Und so kam es auch. Die beiden besten Frauen-Teams Europas kämpften um jeden Meter, beide Abwehrreihen agierten hochkonzentriert und ließen kaum Chancen zu. Lyon - in der gesamten Saison noch ohne Niederlage - zeigte die reifere Spielanlage.

Wolfsburg hielt mit Leidenschaft dagegen, insbesondere Abwehrchefin Nilla Fischer zeigte eine starke Leistung. Dabei kam den Wolfsburgerinnen auch die Rückkehr von Alexandra Popp zugute, die drei Wochen nach ihrem Muskelfaserriss rechtzeitig fit geworden war.

So blieben die großen Torchancen in der ersten Halbzeit aus. Erst im zweiten Durchgang, als Lyon den Druck erhöhte, ergaben sich vor allem für die Französinnen Gelegenheiten. Erschwerend kam für den VfL das verletzungsbedingte Aus der Isländerin Sara Björk Gunnarsdottir hinzu (56.). Ohne Fremdeinwirkung war die Mittelfeldspielerin im Rasen hängen geblieben.

Das Spiel verlagerte sich immer mehr in die Wolfsburger Hälfte. Dabei hatte Eugenie Le Sommer zwei Riesenchancen zur Führung. Erst kratzte Noelle Maritz einen Kopfball von der Linie (69.), dann parierte Almuth Schult aus kurzer Entfernung (83.).

In der Verlängerung überschlugen sich die Ereignisse. Harder nutzte einen Konter zur überraschenden VfL-Führung. Der Titelverteidiger antwortete mit wütenden Angriffen und Toren. Konnte Schult zunächst noch gegen Shanice van de Sanden parieren (96.), war danach gegen den Dauerdruck der Französinnen kein Halten mehr.

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