Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Wie Familie Alo aus Syrien Ostern erlebt

Flüchtlingsfamilie aus Olfen

Boshra Alo, ihr Ehemann Joomar Alomar und ihre fast dreijährige Tochter Dora gehören dem Islam an, feiern so kein Osterfest. Doch ganz ohne Ostereier geht es für die Syrer, die jetzt in Olfen leben, trotzdem nicht.

Olfen

, 01.04.2018
Wie Familie Alo aus Syrien Ostern erlebt

Joomar, Dora und Boshra freuen sich auf einige freie Tage und hoffen auf besseres Wetter. © Theo Wolters

Strahlend kommt Dora auf unseren Reporter zu, als sie das große Überraschungsei in seinen Händen sieht. Schnell hat Dora das Papier und die Schokolade entfernt. Und in der Überraschungsbox entdeckt sie eine kleine Figur. Überraschungseier sind bei ihr sehr beliebt.

Lernen über das Osterfest im Kindergarten

Dora kam am Donnerstag auch bereits mit einem kleinen Osternest, gefüllt mit einem gefärbten Hühnerei und kleinen Schokoladeneiern vom Kindergarten nach Hause. „Die Schokoladeneier waren schnell gegessen“, so ihre Mutter Boshra. Dora hat im Kindergarten viel über das Osterfest erfahren. Boshra: „Das ist auch gut so.“ Die Erzieherinnen hätten sie im Vorfeld gefragt, ob Dora bei der Behandlung der kirchlichen Feste mitmachen könne. Dies sei überhaupt kein Problem. Denn Dora solle sich im Kindergarten wohlfühlen und dazu gehören.

Für die Familie spielt das Osterfest aber eigentlich keine Rolle. „Wir kenen aber durchaus das Osterfest aus unserer Heimat“, erklärt Boshra. Denn die Christen in Syrien würden an diesen Tagen ebenfalls feiern. Und sie hätten auch christliche Bekannte gehabt. Sie feiern dann einen feierlichen Gottesdienst in der Kirche“, erklärt Boshra. Den Brauch vom Verstecken der Eier gebe es in Syrien nicht.

Wie Familie Alo aus Syrien Ostern erlebt

Strahlend packt Dora ihr Überraschungsei aus. Auch aus dem Kindergarten hat sie ein kleines Osternest mit nach Hause gebracht. © Theo Wolters

Drittes Osterfest in Olfen

Die Familie verlebt das dritte Osterfest in Olfen. Mittlerweile haben sie sich an die vielen bunten Eier in den Geschäften gewöhnt. Das war allerdings nicht immer so. „Als ich beim ersten Mal bunte Eier in den Geschäften gesehen habe, habe ich mich schon gewundert“, erinnert sich die Syrerin. Dem schließt sich Ehemann Joomar an: „Wir haben uns damals noch gefragt, was dahinter steckt.“ Von Olfener Bürgern hätten sie dann aber schnell die Erklärung erfahren. Sie haben sich auch daran gewöhnen müssen, so Boshra, dass die Geschäfte einige Tage nicht geöffnet haben. Boshra: „Wir haben in diesem Jahr rechtzeitig alles Nötige für die freien Tage eingekauft.“

Die Ostertage verlebt die Familie in Ruhe. „Im letzten Jahre war Joomars Schwester aus Freiburg mit ihrer Familie zu Besuch“, erklärt Boshra. Es stehe noch nicht fest, ob sie auch in diesem Jahr kommen.

Die Familie hofft auf besseres Wetter. „Dann können wir mit Dora auf den Spielplatz gehen“, erzählt die Mutter. Und sie hat sich für die kommenden Tage etwas Besonderes vorgenommen: „Ich möchte ein Buch lesen.“ Und ausgesucht hat sie sich kein kleines: der Medicus liegt schon bereit.

Studienplatz in Münster


In den letzten Tagen hat die Familie eine gute Nachricht erhalten. Boshra: „Ich habe einen Studienplatz in Münster erhalten.“ Ab dem Wintersemester kann sie dort Pharmazie studieren.

Familie Alo denkt immer wieder an ihre Heimat Syrien. Regelmäßig haben sie Kontakt mit den Eltern – über WhatsApp, denn die wohnen noch im syrischen Aleppo. „Heimweh wird es immer wieder geben“, erklärt Boshra. Vor einigen Tagen sei sie mit anderen Frauen ihres Sprachkurses in Essen gewesne, hätten ein syrisches Lokal besucht. „Bei dem syrischen Essen mit den bekannten Gerüchen habe ich Syrien schon vermisst.“ Boshra betont aber, sie würden sich in Olfen sehr wohl fühlen und sie seien froh, eine neue Perspektive gefunden zu haben.

Jetzt lesen