Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Aus für Lippebrücke Ahsen

Brücke bleibt gesperrt

Die Lippebrücke in Ahsen bleibt dauerhaft gesperrt. Bei einer Untersuchung kam heraus, dass die Brücke einsturzgefährdet ist. Bis es eine Alternative gibt, könnte es dauern.

Olfen/Datteln

von Uwe Wallkötter

, 16.04.2018
Aus für Lippebrücke Ahsen

Die Schilder bleiben stehen. Die Lippebrücke wird auch für Radfahrer und Fußgänger nicht mehr freigegeben.Wolters © Theo Wolters

Am Montag hat die Recklinghäuser Kreisverwaltung die Reißleine gezogen. Die marode Lippebrücke in Ahsen wird nicht mehr geöffnet. Das Sicherheitsrisiko ist zu groß, es besteht Einsturzgefahr, erklärten die Fachleute des Kreises Montagnachmittag im Gespräch mit unserer Redaktion. Das gilt übrigens diesmal auch für Radfahrer und Fußgänger.

Die Kreisverwaltung sieht keine andere Möglichkeit mehr. Der Versuch, mit den im Sommer montierten Stahlportalen schwere Fahrzeuge von der Brücke fernzuhalten, um die Lebensdauer der Brücke so bis zur Fertigstellung eines Ersatzbauwerks zu verlängern, sind damit gescheitert. Für Ahsen bedeutet das, auf Jahre in Richtung Olfen abgeschnitten zu sein. Denn eine Reparatur gilt beim Kreis eher als unwahrscheinlich. Und für Pendler heißt das, einen kilometerlangen Umweg über Flaesheim zu fahren.

Am letzten Freitag hatte der Kreis die Brücke für weitere Untersuchungen gesperrt. Dabei kam heraus, dass der Winter dem Bauwerk nochmals böse mitgespielt hat und die Korrosion nochmals drastisch zugenommen hat.

Wie geht’s weiter?

Die beiden Kreise Coesfeld und Recklinghausen hatten zwar in diesem Jahr die Planungen für den Bau einer neuen Brücke sowie einer Ortsumgehung für das Lippedorf politisch beschlossen und auf den Weg gebracht.

Aber bis diese Planungen auch realisiert werden, vergehen nach Angaben von Fachleuten des Kreises geschätzt fünf bis zehn Jahre. Beim Kreis hat man die Hoffnung, auf die Planungen des Landes für die ursprünglich vorgesehene L889n aufsatteln zu können. Das würde zwei bis drei Jahre Zeit sparen.

Der Kreis prüft darüber hinaus, ob man mit einer mobilen Brücke oder anderen Lösungen zumindest wieder eine Verbindung für Radfahrer und Fußgänger schaffen kann. Aber auch das wird sicherlich Monate dauern. Die etwa zehn Ahsener Kinder, die die Gesamtschule in Olfen besuchen, werden nach Auskunft des Kreises von einem Kleinbus abgeholt, das habe die Schule organisiert.

Schlag für Olfen

Bürgermeister André Dora erklärt zu der Entwicklung: „Es tut mir sehr leid für die Ahsener Bürgerinnen und Bürger, dass sie ab sofort auf eine wichtige Verbindung nach Olfen über die Lippe verzichten müssen. Ich finde es insgesamt schade, dass es in der heutigen Zeit, in der wir über selbstfahrende Autos nachdenken, nicht möglich ist, eine wichtige Straße für den Autoverkehr zu errichten. Ich hoffe deshalb sehr, dass die Gespräche zwischen den Städten Olfen und Datteln sowie zwischen den Kreisverwaltungen Recklinghausen und Coesfeld für eine Ortsumgehung erfolgreich sein werden.“

Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann erklärte zu der Misere: „Das ist natürlich ein heftiger Schlag für Olfen, wenn ich an die Beziehungen zum Ruhrgebiet denke. Man hätte den Neubau der Brücke mit einer Ortsumgehung für Ahsen schon viel früher angehen müssen.“