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Jugendzentrum hat Probenraum - aber keine Bands

Juzo Olfen

Stell dir vor, es gibt einen Raum mit traumhaften Bedingungen und kaum einer geht hin. So ähnlich sieht es im Jugendzentrum Olfen (Juzo) aus. Im Band-Proberaum ist es still. Jedenfalls meistens.

Olfen

, 22.06.2018
Jugendzentrum hat Probenraum - aber keine Bands

Im Proberaum des Jugendzentrums Olfen steht fast alles zur Verfügung, was Bands brauchen. Juzo-Chef Martin Brinkmann testet das Schlagzeug. © Arndt Brede

Wenn man vor dem Leohaus an der Bilholtstraße steht, links um die Ecke, noch mal rechts rum, ein paar Stufen runter, rein ins Juzo, letzte Tür links. Da ist er: der Proberaum. Ein Schlagzeug steht drin. Mikrofone, Lautsprecher, Verstärker, Steuereinheiten. Eine Ausrüstung also, von der jede Nachwuchsband träumen müsste. Die Realität sieht anders aus. „Wir sind vor eineinhalb mit dem Juzo eingezogen. Die Idee war, dass das Juzo nicht nur Treffpunkt für junge Leute sein soll, sondern dass wir auch einen Raum anbieten können, wo junge Bands sich finden können“, erzählt Martin Brinkmann, Leiter des Olfener Jugendzentrums.


Am Anfang sei auch Werbung dafür gemacht worden, auch an Schulen, „aber leider sind die jungen Bands ausgeblieben“, führt Brinkmann aus. Zwar probe eine Cover-Rock-Band regelmäßig, „die ist aber eigentlich nicht unsere Zielgruppe. Die ist ein bisschen älter“. Einmal pro Woche übt jene Band. Den Rest der Woche steht der Raum zwar voll mit Equipment, doch die, die das nutzen könnten, fehlen. „Die Bands müssen doch bloß E-Gitarre und E-Bass sowie ein Keyboard mitbringen, mehr nicht.“ Im Raum seien Kapazitäten für zwei weitere Bands, erklärt der Juzo-Leiter. Warum zwei Bands? „Damit das für uns vom Jugendzentrum noch zu überblicken ist.“ Und: „Jede Band bringt ja etwas mit und lässt es bis zur nächsten Probe stehen. Bei drei Bands ist das vom Platz her noch machbar.“
Ungenutztes Potenzial nennt Martin Brinkmann den derzeitigen Zustand rund um den Proberaum.

Flexible Zeiten

Dabei können sich Bands Zeiten quasi aussuchen. Denn das Juzo hat montags bis freitags von 15 bis 21 Uhr geöffnet. Während also offene Jugendarbeit im Juzo laufe, könne durchaus eine Band im Proberaum spielen. Gestört werde dadurch niemand. „Der Raum ist entsprechend schallisoliert.“

Welche Art von Band könnte es denn sein, die sich melden kann? Anders herum gefragt: Welche Bands sollten es nicht sein? Brinkmanns Antwort ist klar und eindeutig: „Was wir nicht wollen, ist irgendetwas politisch Extremes, egal in welche Richtung. Wir wollen, dass die Musik im Vordergrund steht und freuen uns natürlich über jede kulturelle Botschaft. Wir sind da komplett offen.“ Rap und Hip-Hop, das sei auch Jugendkultur. Diese Musik könne auch gespielt werden. Jedoch gelte grundsätzlich: Nichts, was die Würde des Menschen verletzen könnte, sei erwünscht. Woran liegt es, dass sich keine Bands gemeldet haben? „

Wir sind im Austausch mit den anderen Jugendzentren im Kreis Coesfeld und haben gemerkt, dass das Interesse an Bands und Musik zurückgegangen ist.“

Viele Bands seien aus dem Alter, wo sie in Jugendzentren spielen könnten, rausgewachsen. Wenn sich nun aber doch eine Band interessiert: Muss sie mit Kosten rechnen? „Das Juzo und die Band schließen einen Untermietvertrag. Bands mit einem Altersdurchschnitt unter 18 zahlen 35 Euro im Monat. Über 18 Jahren zahlt die Band 50 Euro.“

Bands für Probenraum gesucht:
Bei Interesse melden sich Bands während der Öffnungszeiten im Juzo. Oder sie rufen die Handynummer des Juzo an: Tel.(0151) 62772066.