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Niesattacken durch Margariten: Allergieauslöser Pflanze

Mönchengladbach (dpa/tmn) Wenn in der eigenen Wohnung die Nase läuft und die Augen jucken, liegt der Gedanke an eine Allergie nahe. Oft werden erst Hausstaubmilben ins Visier genommen, dann vielleicht das Haustier. Doch auch Zimmerpflanzen können Allergien auslösen.

Die Schwierigkeit ist, dies zu erkennen. Am Anfang steht ein medizinischer Test. Dabei werden zunächst mögliche Auslöser wie Hausstaubmilben ausgeschlossen. Die Suche nach der Ursache lässt sich noch weiter eingrenzen: Bereits bekannte Allergien liefern dabei wichtige Hinweise. Außerdem sollten Patient und Hautarzt besprechen, ob sich das Wohnumfeld verändert hat. Mit Blick auf Zimmerpflanzen heißt das: Wurde in letzter Zeit ein neues Gewächs erworben?

«Im Prinzip kann jede Zimmerpflanze eine Allergie auslösen», sagt Stefan Gentzen, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Einzelhandelsgärtner (BVE) in Berlin. «Zum Zeitpunkt des Kaufs wissen die Kunden meist nicht, dass sie allergisch reagieren.» Doch es gibt einzelne Pflanzen, die als Allergieauslöser bekannt sind. Falls eine von ihnen zu Hause steht, sollte sie in die Tests einbezogen werden, selbst wenn sie schon zum Inventar gehört.

Das bekannteste Beispiel ist die Birkenfeige (Ficus benjamina). Das heißt jedoch nicht, dass sie in punkto Allergie gefährlicher ist, als andere Zimmerpflanzen. «Die Birkenfeige ist in fast jedem Bürogebäude und in sehr vielen privaten Wohnräumen zu finden. Deshalb ist hier bekannt, dass sie Allergien auslöst», sagt Gentzen. Die Allergene der Birkenfeige gelangen über den milchigen Pflanzensaft auf die Blattoberfläche. «Dort binden sie sich an Staubpartikel und verteilen sich durch diese im Raum. Dieser Prozess kann sehr lange dauern», erläutert Anja Schwalfenberg, Patientenberaterin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) in Mönchengladbach.

Auf diese Stoffe reagieren vor allem Menschen mit einer Latexallergie. Bei ihnen können Kreuzreaktionen auftreten: Die Allergene der Birkenfeige sind den Latexproteinen sehr ähnlich. «Zu den Soforttypreaktionen gehören Fließschnupfen, Augenjucken und asthmatische Beschwerden. Als Spätreaktion können sich noch nach Stunden Ekzeme auf der Haut bilden», sagt Schwalfenberg. Wer an einer Latexallergie leidet, sollte daher die Birkenfeige meiden. Das gilt auch für andere Maulbeergewächse wie den Gummibaum (Ficus elastica) sowie für Wolfsmilchgewächse wie den Christusdorn (Euphorbia splendens) oder den Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima).

Bei Hobbygärtnern weniger bekannt ist etwa das allergene Potenzial von Korbblütlern (Compositen) wie Margeriten, Chrysanthemen oder Gänseblümchen. «Ihre Allergene werden durch Blütenstäube, also durch Pollen, in der Raumluft verteilt und können allergischen Schnupfen oder Asthma hervorrufen», erläutert Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen im hessischen Dreieich. Besonders gefährdet sind Beifußallergiker, da es bei ihnen zu Kreuzallergien kommen kann.

Auch manche Frühblüher bergen Gefahren - allerdings weniger für Hobbygärtner, sondern mehr für Floristen und Gärtner. «Bei vermehrtem oder ständigem Kontakt mit Tulpenzwiebeln oder Primeln kann es zu Kontaktallergien an den Händen kommen», sagt Fuchs. Als besonders allergen gilt die Becherprimel (Primula abconica). Ihre allergene Substanz, das Primin, sitzt in den feinen Härchen an der Unterseite der Blätter, bei welken Blättern aber auf der Blattoberfläche.

Neben der Pflanze an sich ist auch das Substrat ein Risikofaktor für Allergien: «Sowohl Pflanzerde als auch Hydrokultur enthält Schimmelpilzsporen. Sie finden dort den idealen Nährboden und verteilen sich durch die Luft überall hin», sagt Schwalfenberg. Vermeiden lässt sich dieser Schimmelbefall nicht: Ist das Substrat einer Zimmerpflanze mit Schimmel befallen, kann diese zwar umgetopft werden. «Aber damit ist das Problem nicht unbedingt gelöst: In den organischen Materialien sind Sporen enthalten, so dass sich immer wieder Schimmel bilden kann», erklärt Gentzen.

Der Befall lässt sich jedoch begrenzen. «In den meisten Räumen ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch. Hier ist regelmäßiges Lüften wichtig», sagt Fuchs. «Außerdem sollten die Pflanzen nur so viel Wasser bekommen, wie sie tatsächlich benötigen.» Wer weiß, dass er auf Schimmelsporen oder eine bestimmte Pflanze allergisch reagiert, trennt sich am besten von ihr, rät Fuchs. «Dann sollten die Pflanzen aus der Wohnung, vor allem aus dem Schlafzimmer, verbannt werden.»

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