Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Nestlé vermarktet nun Starbucks-Kaffee

Vevey/Seattle. Die größten Kaffeemarken unter einem Dach: Nestlé mit Nescafé und Nespresso vermarktet künftig Starbucks-Kaffee. Die Schweizer wollen so im US-Markt besser punkten - und den Deutschen Konkurrenz machen.

Nestlé vermarktet nun Starbucks-Kaffee

Nestlé, größter Kaffeeproduzent der Welt, wird Starbucks-Produkte wie Kaffeebohnen oder gemahlenen Kaffee vertreiben. Foto: Ralf Hirschberger

Mit einem Milliardengeschäft im Kaffeemarkt rücken die Marken Nescafé, Nespresso und Starbucks näher zusammen. Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé übernimmt das Handelsgeschäft der amerikanischen Starbucks-Kette.

Die mehr als 24 000 Starbucks-Cafés weltweit sind nicht betroffen, wie Nestlé mitteilte. Analysten bewerteten den Deal positiv, vor allem weil Nestlé dem deutschen Kaffeekonzern JAB, einer Holding der Unternehmerfamilie Reimann, auf dem US-Markt damit Paroli bietet.

Nestlé, größter Kaffeeproduzent der Welt, wird Starbucks-Produkte wie Kaffeebohnen oder gemahlenen Kaffee vertreiben. Starbucks, die Nummer eins im US-Kaffeemarkt, hat damit zuletzt rund 2 Milliarden Dollar (1,7 Mrd Euro) Umsatz gemacht. Für die Vermarktungsrechte zahlt Nestlé 7,15 Milliarden Dollar in bar.

„Das ist ein bedeutender Schritt für unser Kaffeegeschäft. Es ist die größte der schnell wachsenden Produktkategorien von Nestle“, sagte Vorstandschef Mark Schneider. Es ist der bislang größte Deal seit seinem Amtsantritt Anfang 2017.

„Das Geschäft gibt Nestlé kritische Masse in den USA, dort waren sie bisher unterrepräsentiert“, sagt der Analyst des Finanzdienstleisters Kepler Cheuvreux, Jon Cox, der Deutschen Presse-Agentur. „Es hat großes Potenzial, Starbucks-Produkte über die Distributionskanäle von Nestlé zu vertreiben.“ Deshalb sei der Preis nicht zu hoch.

Die Transaktion ergebe in zweierlei Hinsicht Sinn, so Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel. „Zum einen erlaubt sie Nestlé, JAB weiterhin auf Distanz zu halten. Zum andern kann Nestlé so in den USA an Marktgewicht zulegen“, schreib er. JAB hatte in den USA unter anderem 2012 die Kaffeehaus-Kette und Rösterei Peet's Coffee & Tea gekauft sowie 2015 den Kaffeekapsel- und Kaffeemaschinenhersteller Keurig Green Mountain.

Nestlé hatte den Deutsch-Amerikaner Schneider an Bord geholt, um das Wachstum voranzutreiben. Er identifizierte Kaffee als Wachstumsmarkt und kaufte im September bereits den amerikanischen Edel-Röster Blue Bottle Coffee mit rund 30 Cafés in den USA und Japan. Nespresso ist mit 600 eigenen Kaffeegeschäften weltweit vertreten.

Druck bekam Schneider Mitte letzten Jahres zusätzlich von dem aktivistischen Finanzinvestor Dan Loeb mit seinem Hedgefund Third Point. Loeb drängte den Konzern in einem offenen Brief an die Aktionäre, mehr Geld an die Anteilseigner auszuschütten, etwa in Form von Aktienrückkäufen. Die Verschuldung des Konzerns sei „bemerkenswert tief“. Schneider kam dem Wunsch nach. „Das gegenwärtige Aktienrückkaufprogramm von Nestlé läuft unverändert weiter“, teilte das Unternehmen mit

„Loebs Druck dürfte Schneider geholfen haben, Druck zu machen, damit echte Veränderungen stattfinden können“, meinte Cox. „Der Konzern war ein bisschen selbstzufrieden geworden, und das war wahrscheinlich ein Grund, warum man Schneider, den Outsider, ausgesucht hat: um die Dinge zu bewegen.“

Die Nestlé-Aktien zogen am Morgen in Zürich um knapp ein Prozent an. Sie hatten seit Januar neun Prozent verloren.

Nestlé übernimmt rund 500 Starbucks-Mitarbeiter, die das Geschäft weiter von Seattle in den USA aus führen sollen. Der Deal braucht noch die Zustimmung der Regulierungsbehörden und soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Brüssel. Donald Trump ließ sich durch alle diplomatischen Bemühungen der EU nicht beirren. Jetzt kommt im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten der europäische Gegenschlag. Umgehend twitterte der US-Präsident zurück.mehr...

New York. Tesla hat einen ehemaligen Mitarbeiter verklagt, der dem Konzern angeblich „mutwillig und arglistig“ Schaden zufügen wollte. Nun setzt sich der Mann zur Wehr - er sei ein Whistleblower und habe Investoren und Öffentlichkeit vor den Missständen bei Tesla warnen wollen.mehr...

Las Vegas. Der US-Elektro-Autobauer Tesla will einen Ex-Mitarbeiter vor Gericht bringen, der das Unternehmen angeblich gezielt sabotiert hat. Der Beschuldigte soll bereits zugegeben haben, Teslas Produktionssystem gehackt und mehrere Gigabyte an internen Daten an Dritte weitergegeben zu haben.mehr...