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Militär und Musik: Präsidentenwahl in Ägypten

Ernsthafte Konkurrenten konnten bei der Präsidentenwahl in Ägypten nicht antreten, der Sieg von Amtsinhaber Al-Sisi gilt als sicher. Auch deshalb wollen viele an der Abstimmung nicht teilnehmen.

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Kairo

, 26.03.2018
Militär und Musik: Präsidentenwahl in Ägypten

Wahlhelfer bereiten das Wahllokal für die kommende Präsidentenwahl vor. Foto: Ahmed Gomaa, XinHua

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen hat an diesem Montag die Präsidentenwahl in Ägypten begonnen. Etwa 60 Millionen Bürger sind bis Mittwoch zur Abstimmung über einen neuen Staatschef im bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt aufgerufen.

Neben dem autoritären und von der mächtigen Armee unterstützten Amtsinhaber Abdel Fattah al-Sisi tritt der Politiker Mussa Mustafa an. Er gilt als Alibi-Kandidat, damit der Präsident nicht alleine zur Wahl steht. Es wird mit einem sehr deutlichen Sieg Al-Sisis gerechnet.

Zehntausende Soldaten sollen die knapp 14.000 Wahllokale in dem von Dschihadisten bedrohten Land sichern. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von langen Schlangen mit Wählern. Von dpa-Reportern besuchte Wahllokale in Kairo waren am Montag aber zunächst eher spärlich besucht. Unterstützer der Pro-Sisi Kampagne und patriotische Musik sollten Menschen zum Wählen animieren. Es wird mit einer geringen Beteiligung gerechnet.

Alle angesprochenen Wähler drückten ihre Unterstützung für den Staatschef aus. „Al-Sisi hat ein visionäres Denken, das 10.000 Jahre in die Zukunft reicht“, sagte ein Mann.

Eine junge Frau lobte die Stabilität und Sicherheit, die der Präsident gebracht habe: „Uns geht es besser als allen Ländern um uns herum.“ Ein Verkäufer in einem Kiosk hält die Wahl - so wie viele seiner Landsleute - hingegen für eine Inszenierung. Er werde nicht wählen gehen - „warum auch? Ich kann Dir das Ergebnis schon heute sagen. Willst Du es wissen?“

Der Wahlkampf war vom Vorgehen gegen die politischen Gegner Al-Sisis geprägt. Eine Reihe ernsthafter Kandidaten zog ihre Bewerbung unter teilweise dubiosen Umständen zurück. Einige Konkurrenten wurden schon vor der Wahl zu Haftstrafen verurteilt oder dauerhaft in Gewahrsam genommen. Andere gaben aus Sicherheitsgründen auf.

Das nordafrikanische Land ist seit den arabischen Aufständen 2011, als der Langzeitmachthaber Husni Mubarak gestürzt wurde, nur teilweise zur Ruhe gekommen. Der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes wurde 2012 der Islamist Mohammed Mursi, den Al-Sisi als Militärchef ein Jahr später nach Massenprotesten stürzte. Seitdem greift er nicht nur gegen die islamistischen Muslimbrüder und Dschihadisten durch, sondern auch gegen die gemäßigte Opposition.

Ägypten mit seinen etwa 95 Millionen Einwohnern gilt für den Westen als Schlüsselland für die Stabilität im Nahen Osten. Al-Sisi wird auch von Deutschland als wichtiger Partner im Kampf gegen den Terror und illegale Migration unterstützt. Im Inneren hat er mit Terror sowie mit einer tiefen Wirtschaftskrise zu kämpfen.

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