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Meditatives Gestalten beflügelt

NORDKIRCHEN Soll es eine Büste werden, eine abstrakte Figur im Stil des englischen Bildhauers Henry Moore oder doch eine bunte Nana-Figur a la Niki de Saint Phalle?

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Objekt-Designerin Regine Rostalski in ihrem Atelier.

Bevor die Betonmasse aufgetragen wird, stopft Claudia Langkrär das Drahtgerüst mit Zeitungspapier aus. Links Bildhauerin und Kursleiterin Regine Rostalski, rechts Marlies Hülsmann.

Die Pädagoginnen aus Castrop-Rauxel (Marktschule) überlegen noch, während Bildhauerin Regine Rostalski die letzten Vorbereitungen für den Modellierkurs trifft, den alten Holzofen anheizt, Materialien, Werkzeug und die Thermoskanne mit Kaffee herbeiholt.

In den ehemaligen Stallungen ihres Bauernhofes in Nordkirchen richtete die Künstlerin einen Werkstattraum für das offene Arbeiten in der Gruppe ein. Die Wände wurden weiß getüncht, in der Ecke steht der Bullerjan, der für behagliche Wärme sorgt, und der Blick nach draußen führt über Felder und Wiesen. Ein Kleinod im Münsterland, in unmittelbarer Nähe der Schlossanlage Nordkirchen.

Betonguss, altes Eisen, Zahnräder und Schrauben

Seit 1997 gibt Rostalski Kreativkurse in den Bereichen Modellieren mit Terrazzo, Betonguss und künstlerische Metallverarbeitung. Aus altem Eisen, rostigen Sägeblättern, Zahnrädern und Schrauben entstehen mit Hilfe des Elektroschweißgerätes bizarre Figuren für den häuslichen Garten.

„Vorkenntnisse sind nicht erforderlich“, ermutigt die Künstlerin, die bisher in ihren Kursen über 1000 Teilnehmer aus der ganzen Bundesrepublik zählte. Mit dem Umbau des Bauernhofes, den sie gemeinsam mit Autorin Eva von der Dunk 1987 erwarb, konnte nicht nur das eigene Atelier in die ehemalige Scheune einziehen. Auch der Ausbau der Stallungen schaffte einen weiteren Werkstattraum, der zu Kreativkursen, Kunstprojekten, Ausstellungen und Lesungen einlädt.

      Auch die Frauen aus dem Ruhrgebiet sind nicht zum ersten Mal in Nordkirchen. Einmal im Jahr tauchen sie auf dem Kunsthof ab und genießen das meditative Gestalten. Zwei Tage lang mit den Händen arbeiten, aus Beton Figuren erstellen, der Fantasie freien Lauf lassen und in der Atmosphäre des gemeinsamen Schaffens auftanken. „Darauf freuen wir uns ein ganzes Jahr“, begeistern sich die Pädagoginnen und beginnen mit dem Modellieren.

Raspeln, schmirgeln und polieren

Zuerst wird das Grundgerüst mit feinem Maschendraht geformt, danach mit Zeitungspapier ausgestopft und mit Beton überspachtelt. Ein Spezialbeton, eine Mischung aus Weißzement mit Marmorkörnung, den die Objektdesignerin selbst entwickelte. Die Figuren können entweder weiß bleiben oder mit Farbpigmente eingefärbt werden. Raspeln, Schmirgeln und Polieren: Nach und nach nehmen die Figuren Formen an. Katze, Büste, Blumenkasten, jedes für sich ein Schmuckstück.

Nur etwas groß sind die Figuren. „Man verschätzt sich leicht“, weiß Rostalski und macht vor allem bei den Schrottplastiken die abenteuerlichsten Erfahrungen. „Manchmal sind die Teile so schwer, dass sie zu zweit aus dem Werkstattraum getragen werden müssen“, so kommt der eine oder andere Kursteilnehmer mit einem PKW-Anhänger zurück.

  

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Objekt-Designerin Regine Rostalski in ihrem Atelier.

Bevor die Betonmasse aufgetragen wird, stopft Claudia Langkrär das Drahtgerüst mit Zeitungspapier aus. Links Bildhauerin und Kursleiterin Regine Rostalski, rechts Marlies Hülsmann.

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