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Matthias Lilienthal bleibt seinem Ruf treu

München. Sein Vertrag wird nicht verlängert. Kein Grund für Matthias Lilienthal, klein beizugeben.

Matthias Lilienthal bleibt seinem Ruf treu

Matthias Lilienthal, Intendant der Münchner Kammerspiele, im Malsaal seines Hauses. Foto: Peter Kneffel

Ein zehnstündiges Theaterstück und ein Roboter als Hauptdarsteller - der scheidende Intendant der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, bleibt in der kommenden Theatersaison experimentell.

Bescheiden werden und sich zurückziehen, „das ist nicht so ganz unsere Art“, sagte Lilienthal bei der Vorstellung des Spielplans 2018/2019 am Mittwoch in München.

Im Sommer 2020 hört Lilienthal auf, nachdem die CSU-Stadtratsfraktion sich gegen eine Verlängerung des Vertrags entschieden hatte. Grund war unter anderem der umstrittene Stil Lilienthals: Zu experimentell und gesellschaftskritisch, zu viel Performance, zu wenig Sprechtheater - so die Kritiker.

Lilienthal scheint davon wenig berührt, die Saison schreit eher „jetzt erst recht“: „Wir haben uns gefragt: Was ist ein Projekt, mit dem wir so richtig schön auf die Nase fliegen können“, so Lilienthal. Das Ergebnis: „Dionysos Stadt“. Zehn Stunden lang geht das von Hausregisseur Christopher Rüping inszenierte Stück. Das Theater will den Zuschauer darin in den dionysischen Kult der Antike entführen - mit Alkohol, Essen und Schlaf während der Vorführung. „Unheimliches Tal / Uncanny Valley“ hingegen blickt in die Zukunft und fragt nach den Auswirkungen von künstlicher Intelligenz. Der einzige Darsteller: Ein Roboter, der dem Autor Thomas Melle nachempfunden ist und das Leiden unter Depressionen schildert. Die Theatersaison an den Münchner Kammerspielen beginnt am 4. Oktober.

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