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«Masterplan» beugt Chaos beim Renovieren vor

Köln (dpa/tmn) - Renovieren bedeutet Stress. Dies gilt besonders, wenn während der Arbeiten in der Wohnung weiter gewohnt wird. Dabei ist es ziemlich egal, ob die Renovierung in Eigenarbeit gemacht wird oder von Handwerkern.

Kosten, Zeitaufwand, Materialwahl, handwerkliches Können - alle diese Faktoren gilt es realistisch einzuschätzen, wenn ein «Masterplan» für das jeweilige Renovierungsprojekt aufgestellt wird. «Im ersten Schritt der sorgfältigen Vorbereitung gilt es zu entscheiden, ob man das jeweilige Projekt selbst machen kann oder besser ein Fachmann hinzugezogen wird», sagt Frank Michel von der Do It Yourself-Akademie (DIY) in Köln.

Falsche Selbsteinschätzungen führen fast zwangsläufig zu Frust und Stress. Gespräche mit renovierungserfahrenen Bekannten können für eine realistische Entscheidung hilfreich ein. Auch Beratungen in Baumärkten oder Recherchen im Internet helfen. Fachzeitschriften bieten zusätzlich Informationen.

«Heimwerker sollten bei der Planung von Renovierungsarbeiten den Faktor Zeit nicht vernachlässigen», warnt Michel. Wichtig sei ein realistischer Zeitplan: Bleibt neben dem Beruf überhaupt noch genügend Zeit am Abend oder Wochenende für das Renovieren in Eigenregie? Fast alle Arbeiten seien prinzipiell von Heimwerkern machbar. Die Elektrik sei jedoch für Laien tabu.

Beim Kalkulieren des Zeitaufwandes denken manche Heimwerker nur an ihr eigenes Arbeiten, nicht aber an die Besonderheiten des jeweiligen Materials. «Ein Teppichboden muss sich mindestens eine Nacht in dem Raum, in dem er verlegt wird, akklimatisieren», sagt Helmut Klingenberger vom Deutschen Teppich-Forschungsinstitut in Aachen. Nur so sei gewährleistet, dass er nicht schrumpft oder sich weitet. Erst dann kann er endgültig zugeschnitten werden. Ebenfalls eine Anpassungsphase braucht Parkett.

«Bei Streicharbeiten wird die notwendige Zeit für das Abkleben und Auslegen von Folien auf Fußböden oft zu knapp bemessen», warnt Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institute in Frankfurt/Main. Es dauere fast genau so lange wie das Streichen selbst. Ohne solche Vorarbeiten lasse sich jedoch nicht fachgerecht arbeiten.

«Der Heimwerker darf auch nicht die eigene Kraft überschätzen», mahnt Küper. «Wer eine bewohnte Wohnung komplett renovieren will, sollte stets nur ein Zimmer in Arbeit haben und die Räume nacheinander fertig stellen.» Sonst herrscht überall Chaos und der Heimwerker verzweifelt.

«Der Renovierungsplan sollte auch Zeitreserven für unvorhersehbare Probleme haben», rät Susanne Woelk von der Aktion Das sichere Haus in Hamburg. Zeitdruck, aber auch das Überschätzen der eigenen Fähigkeiten beim Renovieren seien eine oft unterschätzte Unfallquelle.

«Nach der Entscheidung für eine Renovierung in Eigenregie muss man vor Ort ausmessen und kalkulieren, wie viel und welches Material benötigt wird», erläutert DIY-Akademiker Frank Michel. Alle benötigten Sachen sollten auf einer Einkaufsliste stehen. Nur so sei gewährleistet, dass alle Materialien zum Beginn der Arbeiten im Haus sind. Unnötige und zeitraubende Fahrten in den Baumarkt lassen sich so vermeiden. Dasselbe gilt fürs jeweils benötigte Werkzeug, das vor Beginn der Arbeit gecheckt wird. «Fehlt Spezialwerkzeug, muss man es kaufen oder mieten.»

Sind alle Materialien und Werkzeuge vorhanden, kann die Arbeit beginnen. «Wichtig ist, ausgeruht ans Werk zu gehen», betont Michel. «Heimwerkerarbeiten nach einem harten Arbeitstag sind wegen der Unfallgefahren mit Maschinen nicht ungefährlich.» Außerdem sollten bei der Arbeit immer wieder ausreichend Pausen eingelegt werden. Dies beuge auch Pfusch und Frust vor.

Mieter sollten beim Renovieren auch die rechtlichen Bestimmungen berücksichtigen. So kann unter bestimmten Voraussetzungen der Vermieter beim Auszug einen Rückbau von Modernisierungsmaßnahmen fordern. «Mieter dürfen in ihren Wohnungen Schönheitsreparaturen durchführen, manchmal sind sie sogar dazu verpflichtet», sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund (DMB) in Berlin.

Für umfangreiche Modernisierungen sollte auf jeden Fall auf das Okay des Vermieters gewartet werden. Denn Arbeiten wie das Anbringen von Fliesen und neuer Waschbecken oder Toilettenschüsseln stellen einen Eingriff in die Bausubstanz da. Vor der Investition sollten Mieter deshalb eine schriftliche Vereinbarung mit dem Vermieter schließen, empfiehlt Ropertz. Darin seien die Zustimmung des Vermieters und gegebenenfalls eine Entschädigungsregelung für den Mieter beim Auszug festzuhalten.

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