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Zwischenmenschliche Klimaerwärmung

BRAMBAUER Bummeln wir durch Reichsweg, Bach- und Heimstraße, haben wir es aufgeschlagen, das Bilderbuch einer gepflegten Eigenheim-Welt. Aber von dem harten Brot der Anfänge vor 75 Jahren ahnen wir Flaneure der Flüchtigkeit nichts.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 04.10.2007
Zwischenmenschliche Klimaerwärmung

Pause von der kollektiven Plackerei. Die Siedler bauen gemeinsam an ihrer Zukunft.

Auch dass die Siedlergemeinschaft Königsheide von 1932 bis 1934 als Kleingartenverein geführt wurde, ist längst kein Allgemeingut.

Das 75-Jährige wird am Samstag (20.10.) ab 18 Uhr bei Stolzenhoff gefeiert. "160 Meldungen haben wir schon", feiert Vorsitzender Otto Korte die Zahl als Sieg.

Als alles anfing, 1932, war Deutschland arm und depressiv vor Massenarbeitslosigkeit. Sechs Millionen Erwerbslose erinnerten das Land täglich an sein Schicksal. Wohnen in den eigenen vier Wände? Himmel, das schien ein Traum. Traum? Nein. Nicht für die tapferen Siedler der Königsheide. Die stemmten sich mit Mumm und Mann gegen die Zeit, wagten es, zu bauen.

Vorstädischen Kleinsiedlung

Der regierungsamtlich in Umlauf gebrachte Begriff einer "Vorstädischen Kleinsiedlung" stieß in Brambauer auf bereitwillige Herzen.

Beim Geld halfen die Deutsche Bank und die Bodenbank. 1932 wurden die ersten Häuser gebaut.

Schreinermeister Burstede gründete mit einer Baugemeinschaft den Kleingartenverein "Königsheide". Das steht alles in der Chronik, die zum 70-Jährigen vom H. Krah verfasst worden war.

Vorsitzender Otto Korte kommt mit einer typischen Königsheide-Biografie auf uns zu: Auf der Heimstraße geboren, hier groß, älter und vermutlich für all? seine Tage hier sesshaft geworden.

Zusammenhalt

"Heute", sagt Korte, "kommunizieren wir über Internet und E-Mail miteinander, sind also, was Technik angeht, in einer ganz anderen Welt zuhause als die Gründergeneration, aber trotzdem ist der Zusammenhalt in unserer Siedlergemeinschaft robust geblieben."

Die Sprache als Verstärker der Herzlichkeit: Das Du, das Wir, das Dazugehören, das sind die Faktoren der zwischenmenschlichen Klimaerwärmung.

"Dass wir uns hier gegenseitig unterstützen, wenn es darauf ankommt, ist kein leeres Wort". Otto Korte hebt die Stimme. Schwüre klingen so.

Und Haustiere? Früher in jeder Familie zu finden. Aber heute?

"Heute werden sie die kaum noch bei uns finden, höchstens Brieftauben": Korte ist Kenner von hier und heute. Schweine, Hühner, Gänse. . .früher, noch in den 60 und 70er Jahren, war das die gängige zoologische Hausmusik.

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