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"Zur Katzbach" wird abgerissen

NORDLÜNEN Dass mit dem geplanten Abriss des Lokals „Zur Katzbach“ eine über 300-jährige Gastro-Geschichte verstummt, wandert in die Chroniken. Dass der benachbarte Autohandel Quernheim hier erweitern will, ist ein Titel aus der Abteilung Zukunftsmusik.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 04.10.2008
"Zur Katzbach" wird abgerissen

Ausgezapft: Das Traditionslokal "Zur Katzbach" an der Borker Straße.

Seit Februar diesen Jahres ist das Traditionslokal „Zur Katzbach“ an der Borker Straße geschlossen. Schon 1767 soll Dokumenten nach hier Bier ausgeschenkt, soll der Durst der Durstigen kräftig therapiert worden sein. „Eine Renovierung käme uns viel zu teuer, das rentiert sich nicht, also haben wir im Sommer bei der Stadt Lünen einen Antrag auf Abriss-Genehmigung gestellt, aber bis heute noch keinen Bescheid bekommen.“ Martin Melis ist eines von vier Mitgliedern der Erbengemeinschaft Egon Melis, denen die Wirtschaft gehört.

Melis hofft, dass ihm das Abriss-O.k. der Behörde bald auf den Tisch kommt. Baustatisch sei die „alte Katzbach“ nur unter immensem Aufwand in einen zeitgemäßen, vor allem dem heutigen Brandschutz entsprechenden Zustand zu versetzen, erklärte Melis auf Anfrage. „Wie es aussieht, wird die ca. 800 qm große Fläche rund um das Lokal von dem benachbarten Autohändler Ralf Quernheim gekauft, der sich gerne größer setzen möchte.“ Als das bekannte Lokal „Zur Katzbach“ Anfang des Jahres schloss, als Freunde, Gäste, die hier heimisch gewesenen „Böse Buben“ und die 5. Kompanie des Schützenvereins Nordlünen-Alstedde von Wirtin Ursula Weßling Abschied nahmen, säuerte Wehmut die Luft. Eine Wehmut, die auch ein paar Pils nicht betäuben konnten.

„Wir haben damals wirklich schweren Herzens Abschied von dem Lokal und der Wirtin genommen“, erinnert sich Udo Cieslukowski. Der Präsident der Karnevalsgesellschaft „Böse Buben“ und Schützenkönig der Nordlünen-Alstedder Schützen, empfindet den unwiderruflichen Abgang der „Katzbach“ von der lokalen Gastronomie-Bühne immer noch als schmerzhaften Verlust. Martin Melis und die Erbengemeinschaft gehen pragmatisch mit der neuen Situation um: „Die Zeiten ändern sich und dem muss man sich anpassen. So ist das. Auch, wenn es manchmal traurig ist.“

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