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Wird Lünen am Ende zur „Tankstellen-Stadt“?

Westfalen AG baut an der Kamener Straße

Die Tankstellen-Meile in Lünen bekommt Zuwachs: Auch auf der ehemaligen Carglass-Fläche an der Kamener Straße sollen Autofahrer künftig Kraftstoff zapfen können. Das gefällt nicht jedem.

von Lisa Murach

Lünen

, 03.04.2018
Wird Lünen am Ende zur „Tankstellen-Stadt“?

Dort, wo sich vorher Mitarbeiter einer Carglass-Filiale um kaputte Scheiben kümmerten, laufen nun die Vorbereitungen für eine Markant-Tankstelle. © Lisa Murach

Für 1,7 Millionen Euro möchte die Westfalen AG auf dem Gelände an der Kamener Straße 10 den eine Markant-Tankstelle bauen. Eine Waschanlage, Adblue-Zapfsäulen und ein Waschplatz zum Vorreinigen per Hochdruckreiniger sind geplant.

Zuvor befand sich auf dem privaten Grundstück neben Möbel Bäcker eine Filiale des Autoglasreperaturunternehmens Carglass. „ Das war lediglich eine flexible Container-Lösung“, erklärte Pressesprecher Jens Krees auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. Das Unternehmen hat die Filiale bereits im Dezember an die Borker Straße 80i verlegt.

Nun sind seit Jahresbeginn Bagger und andere Geräte im Einsatz, um die Vorarbeiten für den Bau der Tankstelle zu erledigen. Die Westfalen AgG geht von einer Bauzeit von rund vier Monaten aus.

Sechs Tankstellen in der Umgebung

Das geplante Vorhaben weckt jedoch viel Unmut bei den umliegenden anderen Tankstellenbetreibern. Denn in unmittelbarer Nähe haben Autofahrer bereits die Gelegenheit, an Benzin zu kommen.

Genau genommen gibt es um die Lüner Innenstadt sechs Tankstellen, darunter Shell, Jet, Aral und Q1. Für Charlotte Kurz, die bei Shell direkt um die Ecke arbeitet, hat Lünen bereits genug Möglichkeiten zum Kraftstofftanken. „Am Ende sagt man noch Lünen wäre eine Tankstellenstadt“, befürchtet sie.

Ähnlich sieht das auch Edith Stahn, Mitarbeiterin von Q1 Energie an der Viktoriastraße. Ziemlich überrascht wirkte sie über die Nachricht, dass wenige Meter von der Tankstelle noch eine weitere entsteht: „Das ist aber sehr viel auf einem Haufen. Wir haben hier ja schon eine Menge. Dann lassen wir uns mal überraschen, wie das so wird“, meint Stahn.

Die Westfalen AG selbst hat den Platz nach eigenen Angaben bewusst gewählt, da die Kamener Straße eine der am besten genutzten Ein- und Ausfallstraßen darstellt.

ADAC: „Kein Boom“

Trotz der Entwicklung in Lünen, ist die Zahl der Tankstellen im Bundesland rückläufig, so Dr. Peter Meintz, Pressesprecher des ADAC Westfalen. Es schließen viele alte Tankstellen und es werden weniger Neue gebaut. „Von einem Boom ist also sicher nicht zu sprechen, sondern vielmehr von einer zukunftsorientierten Entwicklung. Denn viele Tankstellenbesitzer wollen den Autofahrern auch eine breite Palette an Kraftstoffen liefern.“