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Von Schalke bis Doc Morris

BRAMBAUER Tradition kann, Kompetenz soll, Umsatz muss. Das 50-jährige Bestehen der Paracelsus-Apotheke ruft Inhaber Stephan Göbel (43) neben der ewigen Untreue der Zeit auch die Grundregeln allen unternehmerischen Tuns ins Gedächtnis.

von Von: Karl-Heinz Knepper

, 04.10.2008
Von Schalke bis Doc Morris

Setzen ihr Jubiläumslächeln auf (v.l.): Stephan Göbel, Sarah Jahnke, Deria Bulut, Brigitte Petrak und nAndrea Kuchinke.

Schalke 04 war Meister, Adenauer Kanzler, der Kalender mit der Zahl 1958 bedruckt und Stephan Göbel? Der war nicht einmal planerisch vorhanden, als Josefine Dworschak am 4. Oktober 1958 die Paracelsus-Apotheke an der Königsheide 46 eröffnete. „Meine Mutter, Brunhilde Göbel, hat die Apotheke am 1. Mai 1989 erworben, in der sie schon seit 1971 als approbierte Mitarbeiterin beschäftigt war“, rafft Stephan Göbel Geschichte zusammen. Vor Brunhilde Göbel war Günter Kern Inhaber der Paracelsus-Apotheke.

Inhaber Stephan Göbel ist mit einem aktuellen Branchen-Befund schnell bei der Hand: „Die goldenen Zeiten für Apotheken sind vorbei. Nichts mehr mit den so genannten Apotheker-Preisen.“ Apotheker-Preise? „Ja, das war einmal der Begriff, mit dem man auf den vermeintlichen Wohlstand der Inhaber und die Möglichkeiten des Marktes angespielt hat“. Die sich überschlagende Entwicklung, die sich abzeichnende Konzernisierung im Apothekenwesen, habe Aggressivität in das Konkurrenzgeschäft geblasen.

Mit Spannung erwartet Stephan Göbel, wie viele Kollegen, das für 2009 vom Europäischen Gerichtshof erwartete Urteil über das Fremd- und Mehrbesitzgesetz. „Wenn das Gesetz fällt, könnten auch große Aktiengesellschaft auf den Markt drängen und ein Preis-Diktat ausrufen“, befürchtet Stephan Göbel. Er will die „Apotheke vor Ort“ verkörpern. „Die Oma, die ihre rosa Pille haben will, hat nichts von dem großen Konzern irgendwo in der Welt.“ Zum Team gehören heute: Apothekerin Andrea Kuchinke, die Pharmazeutisch-Technische Assistentin Sarah Jahnke, Apotheken-Helferin Brigitte Petrak und Deria Bulut als Auszubildende. Zum Ende des Gesprächs kommt Stephan Göbel kurz an den Schalter der Erinnerung. Klick macht es da bei ihm: „In den Ferien habe ich früher hier Botengänge für meine Mutter gemacht.“ Botengänge? Ja, vielleicht zu der Oma, die schon auf ihre rosa Pille gewartet hat.

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