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Vielen Babys auf die Welt geholfen

Chefarzt der Lüner Frauenklinik geht in den Ruhestand

Jede Geburt ist ein besonderer Moment. Dabei zu sein und ihn mit zu beeinflussen, das fasziniert Dr. Klaus Ermer. Vielen tausend Babys hat der Chefarzt der Frauenklinik am St.-Marien-Hospital in Lünen im Laufe seiner Dienstjahre zum Start ins Leben verholfen.

Lünen

, 12.06.2018
Vielen Babys auf die Welt geholfen

Vielen Babys, wie Sina-Marie, hat Dr. Klaus Ermer, Chefarzt der Frauenklinik am St.-Marien-Hospital, auf die Welt geholfen. © Magdalene Quiring-Lategahn

Ende des Monats verabschiedet sich der Chefarzt in den Ruhestand. Dann war er 40 Jahre als Mediziner tätig. Eine lange Zeit, in der sich vieles in den Krankenhäusern verändert hat.

Kreißsaal wie ein OP

Als der 65-Jährige 1978 im Klinikum Dortmund seine Karriere begann, sah der Kreißsaal wie ein OP aus: Weiß gekachelt und funktional. „Eine Geburt war eher ein medizinischer Vorgang, auf die Bedürfnisse der Frau wurde nicht so viel Rücksicht genommen“, erinnert er sich. Und weil Ultraschall in den Kinderschuhen steckte, wurden Ärzte und Eltern mitunter von einem zweiten Baby im Bauch überrascht. „Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen.“ Kaiserschnitte waren damals risikoreicher, so kamen häufiger Saugglocke und Zange zum Einsatz. Auch das hat sich längst verändert.

Wohlfühlatmosphäre

Während in seiner Anfangszeit die programmierte Geburt aufkam, gab es zwischenzeitlich die Tendenz, gar nicht einzugreifen. „Heute hat sich das auf ein vernünftiges Maß eingependelt“, so Ermer. In Lünen arbeitet die Geburtshilfe familienorientiert und mit hohen Sicherheitsstandards, die Kreißsäle sind in Wohlfühlatmosphäre gestaltet. „Die Frauen haben heute sehr genaue Vorstellungen und Wünsche.“.

Wechsel nach Werne

Für eine Chefarztstelle wechselte er vor 25 Jahren an das St.-Christophorus-Krankenhaus nach Werne. Im Hinblick auf die anstehende Fusion mit dem St.-Marien-Hospital wurde die Geburtshilfe dort 2004 geschlossen. „Das war ein ziemlicher Schlag.“ Doch heute sieht Ermer es eher als Gewinn. Er kam nach Lünen und leitete 14 Jahre gemeinsam mit Dr. Donat Romann als Doppelspitze die Frauenklinik. „Das gesamte Team harmoniert gut zusammen. Das ist nicht selbstverständlich. Ich werde es vermissen.“

Schwerpunkt Operationen

Ermer hat in Lünen den Aufbau des zertifizierten Brustzentrums und des Uro-Gynäkologischen Zentrums für Patientinnen mit Harninkontinenz begleitet. Zuletzt war sein Schwerpunkt der operative Bereich der Gynäkologie, im Gegensatz zu früher werden die Eingriffe minimal-invasiv durchgeführt.

Zeit haben für seine acht Monate alte Enkelin, fürs Reisen und Fahrradfahren – darauf freut sich der fast 66-Jährige im Ruhestand. Seine Nachfolge ist offiziell noch offen.