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Schuhe, Schmuck und Süßes

LÜNEN Mit gestohlenen EC-Karten haben zwei junge Frauen aus Lünen sechs Monate lang immer wieder „eingekauft“ – allein oder gemeinschaftlich. Jetzt wurden sie vom Amtsgericht zu Bewährungsstrafen verurteilt.

von Von Martina Niehaus

, 11.10.2007
Schuhe, Schmuck und Süßes

In der Fortsetzung der Hauptverhandlung vom 29. September ging es dem vorsitzenden Richter Hans-Joachim Klein darum, rund 150 Fälle von betrügerischem Einkauf aufzuklären. Dabei zeigte sich eine 27-jährige Mutter von zwei Kindern nur teilweise kooperativ.

Immerhin gab sie 22 von 57 Fällen zu. „Das ist nicht der ganze Weg zur Wahrheit“, mahnte Klein. Gesprächiger war da ihre 24-jährige ehemalige Freundin und Mitangeklagte, die ein volles Geständnis ablegte.

Trotz einschlägiger Vorstrafen erhielten beide Frauen „nur“ eine Bewährungsstrafe: Eineinhalb Jahre für die 27-Jährige, ein Jahr für die 24-Jährige.

Ein mildes Urteil angesichts der Tatsache, dass die beiden früheren Freundinnen nach dem Diebstahl von EC-Karten gezielt auf „Shopping-Tour“ gingen. Die 27-Jährige berichtete zurückhaltend; sie habe ihre Freundin vorgeschickt und dann „Ware bestellt und angenommen“.

Geständnis

Deutlicher war das Geständnis der jüngeren Komplizin. „Wir haben uns abgewechselt, damit es nicht auffällt“, erläuterte sie. „Und wir sind in kleineren Läden unter 100 Euro geblieben, damit wir den Personalausweis nicht zeigen mussten.“

Beim Einkaufen in Dortmund, Waltrop und Lünen war auch die Schwangerschaft der 27-jährigen Freundin kein Hindernis. „Zwischendurch mussten wir uns hinsetzen, weil es ihr nicht gut ging“, erinnert sich die 24-Jährige.

Gekauft wurden unter anderem Schuhe, MP-3-Player, Kleidung, Schmuck, Kinderwagen, ein Haartrockner, Computerspiele, Matratzen und Pralinen. Insgesamt beträgt der Schaden zwischen 6000 und 7000 Euro.

Das volle Geständnis der 24-Jährigen wurde als positiv gewertet. „Man erkennt, dass es hier um echte Reue geht“, so Hans-Joachim Klein. Bei der 27-Jährigen war er sich da nicht so sicher. „Sie haben sich geziert, hier zur Wahrheit zu finden“, formulierte es der Richter.

Warnung

In ihrer Bewährungszeit müssen die beiden Frauen nun gemeinnützige Arbeit leisten. „Lassen Sie sich dieses Urteil als Warnung dienen“, mahnte Klein.

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