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Prozess am Rande eines "Zickenkriegs"

LÜNEN Ganz schlechte Karten hatte eine 27-jährige Frau vor dem Lüner Amtsgericht. Mit einer 24-jährigen früheren Freundin ist sie angeklagt, mit gestohlenen EC-Karten in großem Stil eingekauft zu haben. Schaden laut Staatsanwaltschaft: 6000 bis 7000 Euro.

von Von Peter Fiedler

, 02.10.2007

Während die 24-Jährige die Vorwürfe einräumte, gab die 27-jährige Lünerin lediglich zu, ein paar mal betrügerisch einkaufen gewesen zu sein. Aber eine Diebin von EC-Karten? Sie doch nicht.

Die Angeklagte schob alles auf ihre frühere Freundin: "Sie hat mir mein Portmonee leergeräumt, als ich im Kreißsaal lag, dann wird sie das wohl auch gemacht haben", meinte sie. Zeitweise drohte im Gerichtssaal sogar ein "Zickenkrieg", denn die 24-jährige keilte zurück: "Sie will nur ihren Kopf aus der Schlinge ziehen."

Spiel mit dem Feuer

Während die 24-Jährige aufgrund ihres Geständnisses hoffen kann, trotz einschlägiger Vorstrafe noch einmal mit Bewährung davon zu kommen, sieht das Gericht den Fall bei der 27-Jährigen völlig anders: "Man kommt leicht auf den Gedanken, dass mit einer Freiheitsstrafe von über zwei Jahren zu rechnen ist. Das scheint mir ein Spiel mit dem Feuer zu sein", redete Richter Hans-Joachim Klein als Vorsitzender des Erweiterten Schöffengerichts der Frau ins Gewissen.

Noch schlechtere Karten hatte sie nach der Aussage einer Zeugin. Die erklärte, mit der Angeklagten spazieren gegangen zu sein und später ihre Geldbörse vermisst zu haben. Schon am nächsten Tag sei damit eingekauft worden und eigentlich könne nur...

"Ja, ich habe ihr bei dem Spaziergang das Portmonee aus der Tasche gezogen", bekannte die Angeklagte. "Sie räumen nur etwas ein, was schon bewiesen ist. Das ist ein Geständnis zweiter Klasse. Noch können sie eines erster Klasse abgeben", sagte Richter Klein.

Über 150 Fälle

Daraufhin gab die 27-jährige auch zu, im Krankenhaus dabei gewesen zu sein, als ihre Komplizin einer Patientin die Geldbörse klaute.Der Prozess wird fortgesetzt. Dann will das Gericht die über 150 Fälle von betrügerischem Einkauf einzeln aufdröseln.

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