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«Nordwanderung» stoppen

Lünen Auf Prognosen ist nicht immer lange Verlass. Diese überraschenden Erkenntnisse über die Entwicklung des Lüner Wohnungsmarktes standen am Montagabend im Mittelpunkt einer zweistündigen Informationsveranstaltung der CDU Lünen im Ringhotel am Stadtpark.

19.06.2007

«Lünen gewinnt nach wie vor Bevölkerung aus Dortmund, verliert aber nach Selm, Waltrop, Werne oder Ascheberg», so Martin Schauerte, Geschäftsführer der Fa. InWis GmbH aus Bochum, der die Ergebnisse einer Wohnungsmarktprognose präsentierte, die von der Lüner Wohnungswirtschaft in Auftrag gegeben wurde und seit Dezember 2006 vorliegt.

«Die Kreise werden stärker zurückgehen als die Städte. Die Prognosen von vor vier Jahren stimmen nicht mehr, sie mussten korrigiert werden nach unten», erklärte Martin Schauerte. Die Bürger entschieden sich entweder für Großstadt- oder Landleben, zum Beispiel entweder Dortmund oder Münsterland.

Die Nachfrage nach Wohnungen und Wohneigentum habe sich verändert und sei um ca. 50 Prozent weggebrochen. Damals hätten Familien nachgefragt, heute vor allem Singles, Paare und Senioren, beschrieb Schauerte mit Blick auf die abnehmende Bevölkerung. «Der Überblick hat eher überrascht», sagte Klaus Stallmann, der als Präsident des Haus- und Grundbesitzerverbandes NRW die Veranstaltung mit rund 70 Teilnehmern moderierte. «Man muss die Zukunft gestalten, die Attraktivität erhöhen und Arbeitsplätze vor Ort schaffen», so Arno Feller, Vorsitzender des CDU-Arbeitskreises Planen, Bauen und Stadtentwicklung. Verdichtung werde nur akzeptiert, wo es sich um eine ernsthafte Verbesserung handele. Feller: «Bei Brachflächen ja, bei Privatgrün je nach Einzelfall.»

Hubert Scharlau, Geschäftsführer des Bauvereins zu Lünen habe die Wohnungsmarktanalyse überrascht, da sie nun eine andere Marktentwicklung ergebe. Abwanderungstendenzen und Leerständen sollte vorgebeugt werden durch Pflege und energieeffiziente Modernisierung bestehender Wohnungen sowie Neubau auf hohem Qualitätsniveau. «Aus der Sicht der Wohnungswirtschaft und der Stadt muss einer Verslumung von Stadtteilen vorgebeugt werden,» warnte er.

Qualität der Schlüssel

Um die «Nordwanderung» zu stoppen, sei die Schaffung von Qualitäten ein Schlüssel für die weitere Entwicklung, so das Fazit der regen Diskussion.

Als positive Beispiele wurden etwa die Entwicklung im Duisburger Innenhafen oder die «Marina» in Bergkamen genannt und auf die Potentiale in unserer Stadt hingewiesen, die mit der Lippe und dem Kanal auch nah am Wasser liege. Beu

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