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Ein Viertel ohne Lebensmittelmarkt

LÜNEN Seinen Geist aufgegeben hat am Samstag der einzige Lebensmittelladen im Geistviertel. Um 11 Uhr wurden die Türen zum Edeka-Geschäft an der Friedrichstraße geschlossen. Nur die Bäckerei Kanne im Vorraum blieb noch geöffnet.

von Von Volker Beuckelmann

, 05.10.2008
Ein Viertel ohne Lebensmittelmarkt

Der Edeka-Markt in der Geist ist geschlossen

„Hier ist alles weg genommen worden. Es ist nichts mehr da. Dabei gibt es so viele kranke und alte Leute, die haben nichts. Das ist eine Schweinerei“, beklagte eine Seniorin. Dorothea Rohe, die im November 80 Jahre alt wird, gehörte zu den letzten Kunden: „Mein Sohn macht jetzt die Einkäufe. Aber was machen die Leute ohne Kinder?“ Mitglieder des SPD-Ortsvereins Lünen-Stadt machten sich vor dem Geschäft ein Bild von der prekären Lage und sprachen mit Passanten. „Hier sind 3500 bis 4000 Wohneinheiten. Das ist ein Menschenpotential, das man nicht ohne Nahversorgung lassen kann. Wir werden in Kürze eine Bürgerversammlung machen“, sagte SPD-Ratsherr Rüdiger Haag. „Wo sind die 600 Leute, die bei der Unterschriftenaktion mitgemacht haben?“, fragten sich manche, die auf protestierende Menschen gehofft hatten, um ein Zeichen zu setzen, dass es so nicht weitergehen kann. Aber es schien so, dass viele Bewohner aus der Geist resignierend in ihren Wohnungen geblieben sind.

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