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Letzte Chance für Seriendieb

Amtsgericht

Es war sein tägliches Brot, doch nun scheinen die schweren Zeiten überstanden: Weil Diebeszüge durch Supermärkte für einen Recklinghäuser inzwischen der Vergangenheit angehören, kam der 35-Jährige am Amtsgericht noch einmal mit einem blauen Auge davon.

RECKLINGHAUSEN

27.05.2011
Letzte Chance für Seriendieb

Eine 24-jährige erschlug die eigene Mutter mit einem Hammer. Das Urteil lautet: Mord.

Das Urteil: acht Monate Haft auf Bewährung. Im Jahr 2006 war der Angeklagte ins Drogenmilieu abgerutscht. Zuvor hatte er lange erfolgreich als Einzelhandelskaufmann gearbeitet, doch dann ging es steil bergab. Schicke Klamotten, freundlicher Blick, höfliche Ausdrucksweise: Dass der Angeklagte in seinem Leben vor der Drogenkarriere einmal bessere Zeiten erlebt haben muss, war im Prozess deutlich zu merken. Im Sommer vergangenen Jahres hatte sich der 35-Jährige nach einer Entgiftung erfolgreich in eine Therapie in Ratingen begeben. Sein Anwalt legte während der Verhandlung ein Empfehlungsschreiben der Einrichtung vor, die ihn über alle Maßen lobte. „Wir haben hier den seltenen Fall, dass ein Angeklagter die Therapie durchsteht und anschließend auch in die Nachsorge gehen will“, zeigte sich auch der Staatsanwalt überrascht, der ebenfalls dafür plädierte, die Strafe noch einmal zur Bewährung auszusetzen. Der Angeklagte hatte 2009 und 2010 in Recklinghäuser Supermärkten, unter anderem an der Dieselstraße, immer wieder kleinere Diebstähle begangen. Zur Finanzierung seiner Sucht stahl er Kaffee, Kekse und Tabak. Einmal war sogar eine kleine Kamera in seiner Beute. Da der Mann seit der Entgiftung und erfolgreicher Therapie keine Taten mehr begangen hat, wollte auch Richter Dr. Jens Warmbold die positive Entwicklung des Angeklagten nicht durch eine Gefängnisstrafe durchkreuzen: „Der Umschwung in Ihrem Leben ist sehr erfreulich. Das alles wollen wir Ihnen nicht verbauen.“

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