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"Wurzel Jesse" verliert an Leuchtkraft

Legden Die Welt hat sich verdunkelt in den vergangenen 750 Jahren - zumindest, wenn der Betrachter durch das Wurzel Jesse-Fenster der Brigida-Kirche blickt. Damit der Stammbaum Jesu im 21. Jahrhundert nicht noch mehr von seiner Leuchtkraft verliert, findet im Frühjahr 2009 eine umfangreiche Untersuchung des Glases statt.

09.10.2008

"Wurzel Jesse" verliert an Leuchtkraft

<p>So schön wie diese Kopie im Landesmuseum Münster strahlt das Legdener Fenster schon lange nicht mehr. Kirchengemeinde</p>

Als Pfarrer Christian Dieker beim Generalvikariat um eine Untersuchung des Fensters bittet, fährt Dr. Richard Karrenbrock und seinem Kollegen Dr. Oliver Karnau vom Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband erst einmal ein gehöriger Schreck in die Glieder. Die letzte Restaurierung des kunsthistorischen "Schatzes", wie Karnau das mittlere Chorfenster nennt, liegt immerhin 43 Jahre zurück - "eigentlich ein viel zu langer Zeitraum", räumt Karrenbrock ein. Mit einem entsprechend mulmigen Gefühl sind die beiden ins Dahliendorf gefahren. Dort dann Entwarnung: "Das Glas hat sich zwar verdunkelt", so Karrenbrock, "aber nicht wesentlich mehr als damals". Die 1965 angebrachte Außenschutzverglasung habe also guten Dienst getan.

Der Feind der strahlenden Farben, in denen einst die Königin von Saba mit Adam und Eva, Moses und Gottvater selbst um die Wette strahlten, lauert aber nicht nur von außen - in Form von Abgasen und anderen Umweltbelastungen. In dem mittelalterlichen Glas selbst finde ebenfalls ein chemischer Umwandlungsprozess statt, berichtet Franziska Holtschke, Pressesprecherin des Landschaftsverbandes und damit auch des Amtes für Denkmalpflege. Das Problem dabei: "Da es kaum noch derart alte Fenster gibt, fehlen auch die Erfahrungen, wie mit diesem Umwandlungsprozess umzugehen ist."

Was tun? Das wissen Karnau und Karrenbrock auch noch nicht. Immerhin: Im Frühjahr kommenden Jahres wollen sie in der Legdener Kirche ein Gerüst aufbauen und das international bedeutsame Fenster von Experten genau untersuchen lassen. "Und dann wird entschieden, was zu tun ist", so Pfarrer Dieker.

Eines steht aber schon jetzt fest: Dass noch einmal 40 Jahre ins Land ziehen, ohne dass Fachleute den Zustand des romanischen Kunstwerks untersucht hätten, passiert nicht noch einmal. "Wir müssen alle drei bis vier Jahre diese Kostbarkeit kontrollieren", steht für Dr. Reinhard Karrenbrock fest. sy-

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