Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Angler fürchten um Fische

Kaputtes Stauwehr legt Dinkel trocken

Wo früher an der Düstermühle Boote lagen, mit denen man auf der Dinkel rudern konnte, sind heute Sandbänke zu sehen. Der Wasser staut sich nicht mehr. Die Angler sind alarmiert.

Legden

, 20.04.2018
Angler fürchten um Fische

Stehen dort, wo sonst Wasser fließt: (v.l.) Reinhold Büter, Willi Hölscher und Andreas Terwey. von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Als der Angelsportverein Legden im Frühjahr Fische aussetzte, 300 Kilogramm immerhin, sind sie gar nicht erst zur Düstermühle gefahren. Zu groß ist die Sorge, dass die Fische dort nicht überleben könnten. Am Freitag stehen der Vorsitzende Willi Hölscher, sein Vertreter Reinhold Büter und Gewässerwart Andreas Terwey am Rand der Dinkel auf trockenem Boden. Eigentlich müssten sie nasse Füße bekommen. Rund ein Meter ist der Wasserstand gesunken.

Sie weisen zum Stauwehr, wo das Wasser sprudelnd auf der anderen Seite herabfließt. „Das Stauwehr ist kaputt, es schließt nicht mehr“, sagt Willi Hölscher, „das Wasser fließt unter dem unteren Brett hindurch.“ Mehrfach hatte er deshalb Kontakt mit der Bezirksregierung. In dieser Woche habe man ihm gesagt, im Mai wolle man sich mit der Gemeinde und den Stauwehr-Eigentümern, Bernd und Christel Kock, zusammensetzen.

Laichphase hat begonnen

„Zu spät“, sagt Willi Hölscher: „Die Laichphase hat begonnen.“ Bis etwa Mitte Juni legen Fische Laich am Flussufer ab. „Er darf nicht austrocknen“, erläutert der Angler. Genau das passiere aber, wenn beispielsweise bei einem Regen der Wasserstand nur kurz ansteige. Durch den niedrigen Wasserstand, wärmeres Wasser und dadurch erhöhten Algenbestand, so ergänzt Reinhold Büter, sinke der Sauerstoffgehalt im Wasser. Auch das gefährde den Fischbestand. Betroffen sei die Strecke ab dem etwa 1,5 Kilometer entfernten Sohlabsturz.

Wer sich die Holzbrücke und das Wehr ansieht, ahnt, dass hier einiges saniert werden muss. „Wir vermuten, dass sich das lange hinauszögern wird“, sagt Willi Hölscher. Er und seine Anglerkollegen fordern deshalb eine kurzfristige Lösung. „Das untere Brett müsste wieder funktionieren. Notfalls könnte man auch Sandsäcke dahin legen. Die kann man auch schnell wegnehmen, falls ein Hochwasser käme.“

Früher fester Anlaufpunkt

Für den Angelverein ist die Dinkel an der Düstermühle ein besonders geschätzter Platz, an dem Angler gerne sitzen. Rotaugen. Rotfedern, Karpfen, Barsche und Bachforellen finden sie hier. „Wir halten die Angelplätze immer frei“, sagt Willi Hölscher. Die Düstermühle war dann auch immer fester Anlaufpunkt. Deshalb freuen sie sich, dass der Betrieb mit einem neuen Pächter weitergeht. Ihr Bier haben sie aber beim traditionellen Hegefischen vor einer Woche woanders getrunken. „Wir haben das immer an der Düstermühle gemacht“, sagt Willi Hölscher, „diesmal sind wir nach Stadtlohn an die Berkel gefahren.“

Und noch eine Konsequenz hat der Angelsportverein gezogen, der die Dinkel auf sieben Kilometern von der Fischereigenossenschaft Legden gepachtet hat. „Wir haben dieses Jahr keine Pacht gezahlt.“

Lesen Sie jetzt