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Dünne Decke für die Wirtschaftswege

Straßenbau in Legden

Die Gemeinde testet den Wirtschaftswege-Ausbau mit Kaltbitumen. Das ist deutlich günstiger als das Heißbitumenverfahren und hat noch weitere Vorteile.

LEGDEN

, 20.06.2018
Dünne Decke für die Wirtschaftswege

In der Gemeinde Legden gibt es einige Baustellen, an ausgewählten Strecken sollen dünne Asphaltdecken aufgetragen werden. Die Stadt will testen, ob damit die Haltbarkeit der Straßen deutlich verlängert werden kann. © Markus Gehring

Schlaglöcher, Risse, Spurrinnen – so mancher Wirtschaftsweg in der Gemeinde Legden ist nicht gerade ein Musterbeispiel an Verkehrssicherheit. Die Wegeunterhaltung ist ein Dauerthema, zumal die Gemeinde über ein Wirtschaftswegenetz von insgesamt 150 Kilometern Länge verfügt. Im herkömmlichen Wegeausbau kostet die Sanierung eines Wirtschaftsweges im Heißbitumenverfahren rund 40 Euro pro Quadratmeter.

Dünne Asphaltdeckschicht

Doch es geht auch deutlich günstiger, wie der Planungsausschuss am Dienstagabend in seiner Sitzung im Dormitorium in Asbeck erfuhr. Thomas Bäumer, Mitarbeiter der Firma Kutter-Spezialstraßenbau mit Hauptsitz in Hanau, stellte das sogenannte DSK-Verfahren vor. „Dünne Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise“ sind die Spezialität des Unternehmens. Dabei wird Kaltbitumen (ein Gemisch aus groben und feinen Gesteinskörnungen, Bitumen-Emulsion, Zusätzen und Wasser) aufgetragen. Das Verfahren komme seit gut 40 Jahren zur Anwendung, erklärte Thomas Bäumer.

Brücken, Parkplätze, Flughäfen

Genutzt wird es unter anderem für die Sanierung von Brücken, Parkplätzen und auf Flughäfen. Die dünnen Asphaltdeckschichten lassen sich zum Beispiel auf Straßen einbauen, denen es an Griffigkeit fehlt. „Löcher werden verfüllt, Flickstellen ausgebessert, Netzrisse geschlossen“, erklärte der Kutter-Mitarbeiter. Wobei er einschränkte: „Die Tragfähigkeit einer Straße können wir nicht verbessern.“ Eine weitere Einschränkung: „Es ist eine Mindest-Einbautemperatur von fünf Grad Celsius erforderlich.“ Im Winter komme das Verfahren nicht zur Anwendung. Thomas Bäumer: „Ende Oktober ist mit den Arbeiten Schluss.“

Die per DSK-Verfahren sanierten Straßen seien etwa acht bis zwölf Jahre haltbar. Deutlich kürzer ist die Zeitspanne vom Auftrag des Materials bis zur Straßenbenutzung. Thomas Bäumer: „Die Verkehrsfreigabe erfolgt ab 15 bis 30 Minuten nach Einbau. Das ist unser Hauptvorteil. Es geht schnell.“ Diese Schnelligkeit hat ihren Preis – er liegt aber deutlich unter dem des Heißbitumenverfahrens. Thomas Bäumer nannte den Betrag von zehn Euro je Quadratmeter Wirtschaftsweg.

Entscheidungshilfe

Doch wie lange kann dieser Preis gehalten werden? Thomas Bäumer: „Die Rohstoffkosten steigen, das macht sich beim Bitumen-Einkauf bemerkbar. Es gibt nicht mehr viele Hersteller, sie können die Preise diktieren.“

Bürgermeister Friedhelm Kleweken sagte, dass die Gemeinde noch in diesem Jahr einige Abschnitte im DSK-Verfahren ausbauen lassen wolle und das Ergebnis beobachten werde. „Auch als Entscheidungshilfe für die kommenden Jahre.“ Bis zur Sitzung des Rates Anfang Juli holt die Verwaltung alle für eine Vergabe erforderlichen Daten ein. Im Haushaltsjahr 2018 stehen der Gemeinde 120.000 Euro für den Ausbau von Wirtschaftswegen zur Verfügung.

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