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Lebenserwartung vor allem im Osten gestiegen

Rostock. Mangelhafte medizinische Versorgung, dickere Luft und schlechtere Lebensgewohnheiten führten dazu, dass die Lebenserwartung im Osten deutlich geringer war als im Westen. Dieses Missverhältnis besteht so nicht mehr, fanden Rostocker Demografen heraus.

Lebenserwartung vor allem im Osten gestiegen

Vier ältere Urlauber am Strand der Nordsee. Die verbesserte medizinische Versorgung führt insbesondere in Ostdeutschland zu einer stark gestiegenen Lebenserwartung. Foto: Ingo Wagner/Archiv

Die Verbesserung der medizinischen Versorgung in den vergangenen 30 Jahren hat einer Studie zufolge insbesondere in Ostdeutschland zu einer stark gestiegenen Lebenserwartung geführt. Davon haben vor allem die Berliner profitiert.

Die Hauptstädter hatten 2015 im Schnitt eine Lebenserwartung von 80,5 Jahren, 8,6 Jahre mehr als 1982, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft am Dienstag unter Berufung auf das Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung berichtete. Danach folgen Brandenburg (+8,5 Jahre), Mecklenburg-Vorpommern (+8,2 Jahre) und Thüringen (+7,7 Jahre).

Trotz des Zugewinns an Lebenszeit lagen diese Länder noch hinter den Spitzenreitern. Das sind Baden-Württemberg mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 81,8 Jahren und Bayern mit 81,3 Jahren. Während diese Länder ihre Spitzenpositionen über die Jahrzehnte verteidigten, sind andere Regionen zurückgefallen. Das gelte beispielsweise für Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Bremen, wo ein geringerer Zuwachs registriert wurde. Der geringste Zuwachs sei bei den Bremern zu verzeichnen, sie werden „nur“ 5,9 Jahren älter als 1982.

Wie der Rostocker Demograf Sebastian Klüsener sagte, spielten neben der medizinischen Versorgung auch Umweltfaktoren eine Rolle. „Durch den Rückgang von Industrieabgasen hat sich in vielen Gebieten Ostdeutschlands die Luftqualität spürbar verbessert.“ Regionale Unterschiede gebe es auch bei den Lebensstilen, wie etwa dem Rauch- oder Trinkverhalten, die über die Lebenserwartung mitentscheiden.

Insgesamt habe sich das Ost-West-Gefälle bei der Lebenserwartung ein wenig aufgelöst. Schlusslichter seien heute neben Sachsen-Anhalt (79,2 Jahre) das Saarland, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern mit einer Lebenserwartung von jeweils 79,8 Jahren.

Klüsener führte diese Unterschiede vor allem auf die ungleiche wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zurück. „Wirtschaftsstarke Regionen wie Baden-Württemberg locken beispielsweise viele Akademiker an, die durchschnittlich gesünder sind als andere Teile der Bevölkerung.“

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