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Land Rover Defender Works V8: Totgesagte fahren länger

Er hat in seiner Karriere so ziemlich alle Hürden genommen und jetzt sogar sein eigenes Ende überlebt. Denn zwei Jahre nach dem Produktionsstopp feiert der Land Rover Defender sein Comeback. Als Kleinserie zum 70. Geburtstag will es der Klassiker noch einmal wissen.

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Zwar hat der Defender Works V8 einige neue Elemente im Cockpit, auf einen Airbag muss man jedoch verzichten. Foto: Land Rover

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Ein fünf Liter großer V8-Motor mit 298 kW/405 PS macht den Defender Works V8 zum stärksten Modell in der Geschichte. Foto: Land Rover

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Auf der Straße bringt es der Land Rover Defender Works V8 auf maximal 171 km/h. Doch seine eigentliche Qualitäten zeigt er im Gelände. Foto: Land Rover

Berlin (dpa-infocom) - Die Legende lebt. Land Rover tut sich offenbar schwer mit der Generationsfolge des Defenders. Denn ein Nachfolger für den 2016 eingestellten Klassiker ist noch immer nicht in Sicht. Dafür springt jetzt pünktlich zum 70. Geburtstag noch einmal das Original ein.

Damit die Jubiläumsparty nicht ganz ohne Stargast über die Bühne geht, hat Land Rover Classic ein auf gerade einmal 150 Exemplare limitiertes Sondermodell des Geländewagens aufgelegt, das selbst in der an Exoten nicht armen Defender-Historie etwas ganz besonderes ist: Ein fünf Liter großer V8-Motor mit 298 kW/405 PS macht den Defender Works V8 zum stärksten Modell in der Geschichte. Und mit Preisen ab etwa 169.000 Euro ist er auch der mit Abstand teuerste.

Besser als neu

Dafür gibt es nicht einmal einen Neuwagen. Schließlich ist das letzte von exakt 2.016.933 Exemplaren im Januar 2016 vom Band gelaufen. Aber es gibt ein Auto, das in jeder Hinsicht besser ist als neu. Denn die Oldtimer-Experten kaufen wahlweise den kurzen Defender 90 oder den langen 110er auf, nehmen ihn bis auf die letzte Schraube auseinander und bauen den Wagen komplett neu auf - nur eben mit ein paar anderen Teilen. Das gilt nicht nur für den Motor und die neue Achtgang-Automatik aus Range River & Co., sondern auch für das dem höheren Tempo angepasste Fahrwerk und sogar für das Interieur.

Diesmal gibt es auch reichlich Lack und Leder, ein ordentliches Soundsystem und zum ersten Mal in der Modellgeschichte ein halbwegs integriertes Navi. Und weil die Briten es ernst meinen mit dem hohen Tempo und der gesteigerten Fahrdynamik, montieren sie vorn und beim Dreitürer auch im Fond sogar stark konturierte Recaro-Sitze.

Dampflokomotive im ICE-Tempo

Dass die exklusiven Sitze nicht ohne Grund installiert sind, merkt man schon nach wenigen Metern. Denn kaum ist der V8-Motor angelassen, wandelt sich der Defender vom gemütlichen Offroad-Spezialisten zum rasanten Pistenprofi. Wo zuletzt ein Diesel mit mageren 90 kW/122 PS sich in mehr als 15 Sekunden auf Tempo 100 gezittert hat, nimmt der Defender diese Hürde dank seiner 515 Nm nun in 5,6 Sekunden.

Dass der Vortrieb mit Rücksicht auf die grobstolligen Reifen und der trotz der modernisierten Bremsen eben doch schon 70 Jahre alten Grundkonstruktion bereits bei 171 km/h wieder endet, ist kein Manko. Denn erstens lag die Höchstgeschwindigkeit beim Serienmodell zuletzt bei 145 km/h, und zweitens fühlt sich das in einem Defender an, als würde eine Dampflokomotive plötzlich im ICE-Tempo durchs Land stampfen.

Jeder Range Rover ist billiger, aber auch langweiliger

Vernünftig ist so ein Auto natürlich nicht - selbst wenn der Defender V8 im Gelände eine überzeugende Performance abliefert. Denn viel mehr als die neumodischen LED-Scheinwerfer und ein paar Quadratmeter Leder hat der Defender nicht an Ausstattung zu bieten - selbst auf Airbags muss man verzichten, und ESP gibt es nur gegen Aufpreis. Für das gleiche Geld würde man auch einen Range Rover bekommen, der moderner konstruiert, komfortabler abgestimmt und üppiger ausgestattet ist und in jeder Hinsicht besser fährt.

Selbst wenn Land Rover für den V8 keinen offiziellen Verbrauch angibt, weil der Wagen strenggenommen ein Gebrauchter ist, wird er obendrein ziemlich durstig sein und kaum unter zehn, eher fünfzehn Litern zu fahren sein. Doch in Sachen Charakter und Charisma dürfte er die meisten Großstadtpanzer leicht abhängen. Denn im Gegensatz zu ihnen verfügt der Defender über wahre Geländepraxis.

Fazit: Einer würdiger Lückenbüßer

Er sieht aus wie immer, fährt aber mit seinem neuen Motor und dem aufgemöbelten Fahrwerk besser denn je und taugt allein wegen seines Preises und seiner Exklusivität sogar als ernsthafter Konkurrent für Autos wie der Mercedes-AMG G 63. Somit haben die Briten mit dem V8-Modell einen würdigen Statthalter für die Defender-Nachfolge entwickelt. Allerdings haben sie sich damit auch in die Bredouille gebracht. Jetzt müssen sie sich enorm anstrengen, damit der neue auch nur halb so charakterstark wird wie der alte. Und vor allem müssen sie etwas Gas geben. Der 75. Geburtstag kommt schneller als man denkt.

Datenblatt: Land Rover Defender V8 Works

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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Zwar hat der Defender Works V8 einige neue Elemente im Cockpit, auf einen Airbag muss man jedoch verzichten. Foto: Land Rover

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Ein fünf Liter großer V8-Motor mit 298 kW/405 PS macht den Defender Works V8 zum stärksten Modell in der Geschichte. Foto: Land Rover

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Auf der Straße bringt es der Land Rover Defender Works V8 auf maximal 171 km/h. Doch seine eigentliche Qualitäten zeigt er im Gelände. Foto: Land Rover

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