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Eltern und Lehrer verärgert

Kritik nach Orkan-Wirrwarr an Schulen reißt nicht ab

Düsseldorf Erst dürfen die Schüler zum Unterricht kommen, dann sollen sie plötzlich ganz schnell wieder nach Hause: Die Verwirrung an vielen Schulen in Nordrhein-Westfalen während des Orkans „Friederike“ war groß. Das Schulministerium will die Abläufe nun aufarbeiten.

Kritik nach Orkan-Wirrwarr an Schulen reißt nicht ab

Einige Schulen hatten am Donnerstag zunächst Unterricht erteilt und die Kinder dann im Laufe des Vormittags nach Hause geschickt. Manche Schüler gerieten dadurch in den Sturm. Foto: dpa

Nach der Verwirrung um den Schulunterricht während des Orkans „Friederike“ reißt die Kritik nicht ab. „Der Ärger vieler Eltern und Lehrkräfte ist absolut nachvollziehbar“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Sigrid Beer, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Schüler, Eltern und Lehrkräfte bräuchten im Falle eines solchen Sturms eine einheitliche Empfehlung. Das NRW-Schulministerium kündigte eine kritische Aufarbeitung an.

Einige NRW-Schulen hatten zunächst trotz der Sturmwarnung Unterricht erteilt und die Schüler dann nach der zweiten oder dritten Stunde nach Hause geschickt. Dadurch waren manche Kinder auf dem Heimweg in den Sturm geraten.

Da durch den Klimawandel die extremen Wetterereignisse zunähmen, seien grundsätzliche Überlegungen notwendig, so die Grünen. Das sieht auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) so. „Es hätte eine ganz klare Empfehlung vom Schulministerium geben müssen, dass die Schulen an diesem Tag komplett geschlossen bleiben“, sagte Dorothea Schäfer, die NRW-Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, der „WAZ“.

„Glück, dass keinem Schüler etwas passiert ist“

„Man kann nur von Glück sagen, dass keinem Schüler etwas passiert ist, teilweise sind die Bäume ja förmlich wie Streichhölzer umgeknickt“, sagte Schäfer. Viele Schulen und Eltern seien damit überfordert gewesen, kurzfristig zu handeln. Eine vorausschauende Entscheidung vom Ministerium hätte Klarheit gebracht.

„Der Gesetzgeber hat im Schulgesetz eine landesweite Schließung von Schulen nicht vorgesehen“, betonte dagegen ein Sprecher des Schulministeriums. Die Notwendigkeit, Schulen zu schließen, könne sich nur aus der Beurteilung der Gefahrenlage vor Ort ergeben. Aus aktuellem Anlass werde das Schulministerium die Abläufe kritisch analysieren. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte bereits am Donnerstag betont, sie dürfe die Entscheidung für alle Schulen nicht vorgeben.

„Ich glaube das nicht“, sagte Gewerkschafterin Schäfer. Für den Unterricht sei das Land zuständig und nicht etwa die Kommunen. Es sei doch ein Unterschied, ob es um Hitzefrei und lokal unterschiedliche Temperaturen gehe, oder um eine landesweite Orkanlage. Dies sollte dringend geklärt werden: „Der nächste Sturm kommt bestimmt.“

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Während es am Donnerstagmorgen geheißen hatte, die Eltern könnten ihre Kinder zum Unterricht schicken, waren Stunden später plötzlich gegenteilige Aufforderungen verbreitet worden: Elternvertreter kündigten im Namen vieler Schulen deren kurzfristige Schließung an, die Kinder müssten in kürzester Zeit abgeholt werden.

Schulministerium erinnert an Fürsorgepflicht

Die Schulministerin hatte die Schulen daraufhin deutlich an ihre Fürsorgepflicht erinnert. „Die Schulen müssen offen gelassen werden, damit die Kinder in Sicherheit sind.“ Es sei bekannt gewesen, dass es einen gewaltigen Sturm geben würde. In so einem Fall sei es „nicht von Vorteil, wenn man erst im Auge des Sturms eine Entscheidung trifft“.

Wettermoderator Jörg Kachelmann kritisierte die Entscheidung, Kinder während des Orkans nach Hause zu schicken, besonders scharf: Dies sei „aktive Sterbehilfe“.

dpa

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