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Unwetter lassen Pegelstände steigen

Köln wappnet sich nach Burglind für Hochwasser

NRW Sturmtief „Burglind“ hat Bäume umgeknickt und den Bahnverkehr durcheinander gebracht. Vor allem aber hat das Unwetter noch einmal heftigen Regen nach NRW gebracht. An vielen Flüssen wächst nun die Sorge vor einem Hochwasser - nicht zuletzt in Köln.

Köln wappnet sich nach Burglind für Hochwasser

Durch den starken Regen der vergangenen Tage wird der Schiffsverkehr auf dem Rhein eingeschränkt. In Köln wurde die Hochwassermarke I überschritten. Foto: dpa

Die heftigen Regenfälle durch Sturmtief „Burglind“ lassen die Pegelstände der Flüsse in Nordrhein-Westfalen teils gefährlich steigen. Köln und andere Städte wappnen sich für ein drohendes Hochwasser. Die ersten Straßen am Rheinufer wurden bereits überschwemmt, die Schifffahrt läuft nur noch eingeschränkt. Das Unwetter war am Mittwoch mit Orkanböen über NRW hinweggefegt, hatte Bäume entwurzelt und zu massiven Behinderungen im Berufsverkehr geführt. Im südlichen Münsterland prallte ein Regionalzug gegen einen entwurzelten Baum und sprang aus den Schienen - verletzt wurde dabei niemand. Im Ruhrgebiet standen mehrere Straßen unter Wasser.

Sturmschäden durch Burglind

Ein Baum liegt auf der B500 am Feldberg im Schwarzwald (Baden-Württemberg) auf einem Metzgerei-Lkw.
Der Josbach bei Breitnau im Schwarzwald (Baden-Württemberg) ist nach starken Regenfällen über die Ufer getreten.
Ein Baum liegt in Ratingen (Nordrhein-Westfalen) auf einem Haus.
Ein Baum liegt in Ratingen (Nordrhein-Westfalen) auf einem Haus.
Autos fahren in Frankfurt am Main (Hessen) in der Innenstadt durch eine große Pfütze, die sich nach starken Regenfällen gebildet hatte.
Dachziegel haben in Stolberg (Nordrhein-Westfalen) ein geparktes Auto beschädigt.
Ein Regionalzug sprang in Selm (Nordrhein-Westfalen) teilweise aus den Schienen, nachdem er gegen einen entwurzelten Baum geprallt war.
Ein Regionalzug sprang in Selm (Nordrhein-Westfalen) teilweise aus den Schienen, nachdem er gegen einen entwurzelten Baum geprallt war.
Einsatzkräfte der Feuerwehr Dortmund entfernen in Dortmund einen umgestürzten Baum.
Ein beschädigter Lastwagens steht bei Hagen (Nordrhein-Westfalen) auf der Autobahn 1. Eine Windböe hatte das Dach des Lastzuges abgedeckt. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.
Die Feuerwehr räumt in Hagen (Nordrhein-Westfalen) Äste von einer Straße, nachdem Sturmtief «Burglind» über Nordrhein-Westfalen gezogen ist.
Ein Bus der Rheinbahn-Linie 742 ist in Haan (Nordrhein-Westfalen) in einen umgestürzten Baum gefahren. Dabei wurde der Bus ohne Fahrgäste erheblich beschädigt, der Fahrer kam mit dem Schrecken davon.
Autos stehen auf der B317 am Feldberg im Schwarzwald (Baden-Württemberg) vor einem umgestürzten Baum.
Arbeiter räumen in Stuttgart (Baden-Württemberg) Teile eines Daches von der Straße, das durch Sturmtief «Burglind» beschädigt wurde.
Ein Strommmast bei Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) knickte um.
Dachziegel haben in Stolberg (Nordrhein-Westfalen) ein geparktes Auto beschädigt.
Ein Feuerwehrmann im Korb einer Drehleiter sichert in Essen (Nordrhein-Westfalen) den abgerissenen Teil eines Kupferdaches.
Polizisten beseitigen in Köln (Nordrhein-Westfalen) einen umgestürzten Baum von einer Straße.
Dunkle Wolken ziehen am 3. Januar in Köln (Nordrhein-Westfalen) über den Hauptbahnhof.
Polizisten beseitigen in Köln (Nordrhein-Westfalen) einen umgestürzten Baum von einer Straße.
Polizisten beseitigen in Köln (Nordrhein-Westfalen) einen umgestürzten Baum von einer Straße.

In Köln stand der Rheinpegel Mittwochmittag über 6,50 Metern - und damit gut 30 Zentimeter über der Hochwassermarke I, bei der Schiffe auf der 50 Kilometer langen Strecke zwischen Mondorf und Dormagen ihre Geschwindigkeit drosseln und immer per Funk für Anweisungen erreichbar sein müssen. Für die kommenden Tage erwartet das Hochwassermeldezentrum weiter steigende Pegelstände. Im Kölner Süden errichteten Einsatzkräfte Schutzwände, um das Wasser etwa aus dem Stadtteil Rodenkirchen herauszuhalten.

Schiffsverkehr könnte komplett gestoppt werden müssen

Am Montag könnte sogar die für den Hochwasserschutz der Kölner Altstadt wichtige Marke von 8,70 Metern erreicht werden. Schon bei einem Pegelstand über 8,30 Metern in Köln müsste der Schiffsverkehr komplett gestoppt werden. „Für die nächsten Tage wird viel Niederschlag vorhergesagt“, sagte eine Sprecherin der Hochwasserschutzzentrale. Von Freitag an will die Stadt Köln deshalb ihre „Große Hochwasserschutzzentrale“ aktivieren und von dort aus das weitere Vorgehen koordinieren.

NRW Trotz der teils orkanartigen Böen ist Nordrhein-Westfalen bei Sturmtief „Burglind“ vergleichsweise glimpflich davongekommen. Im ganzen Land werden drei Menschen bei witterungsbedingten Verkehrsunfällen verletzt. Viel Arbeit für Polizei und Feuerwehr gibt es trotzdem.mehr...

Wirklich gefährlich wird es in Köln aber erst bei noch höheren Pegelständen: Wenn der Rhein auf 10,70 Meter steigt, wird Katastrophenalarm ausgelöst. Dann schwappt Wasser über die mobilen Schutzwände einiger Stadtteile. In der berühmten Altstadt droht aber erst bei einem Rheinpegel über 11,00 Metern eine Überschwemmung.

Auch Düsseldorf bereitet sich auf Hochwasser vor

Auch rheinabwärts in Düsseldorf rechnet man mit Hochwasser. Am Donnerstagmorgen sollen nach Stadtangaben sogenannte Auslassschieber der Düssel in der Altstadt geschlossen werden, um zu verhindern, dass über den kleinen Fluss das Rheinwasser in die Stadt drückt. Um eine möglichst lange Vorlaufzeit zu haben, beobachten die Verantwortlichen nicht nur den Wasserstand in der Stadt selbst, sondern vor allem den Stand im rheinland-pfälzischen Andernach. Dieser soll Prognosen zufolge am Donnerstag die Marke von sechs Metern überschreiten. Auch ein Wasserstand von sieben Metern sei in den kommenden Tagen möglich, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Dann werden auch in Düsseldorf die ersten Schutzmaßnahmen ergriffen.

Horstmar Schrecksekunden für einen Lkw-Fahrer im Münsterland. Mit seinem Lkw kam ein 43-jähriger in Horstmar auf der L579 von der Straße ab und krachte mit vollem Tempo in eine historische Kapelle. Das Gebäude ist stark beschädigt, es besteht Einsturzgefahr. Bruder Heinz Schütte ist fassungslos: „Fast dreieinhalb Jahrhunderte ist an der Kapelle nichts passiert.“mehr...

Auch viele kleinere Flüsse können in den nächsten Tagen über die Ufer treten. In Altena überschwemmte die Lenne am Mittwoch bereits Teile der Innenstadt. An Sieg und Ruhr überschritten erste Pegelstände den Wert der sogenannten Informationsstufe 1. Bei dieser Stufe werden Wiesen und Felder überschwemmt, Häuser sind aber noch nicht in Gefahr. In Solingen wurden Sandsäcke gefüllt, falls die Wupper über die Ufer treten sollte. In Plettenberg schützte die Feuerwehr mit Sandsäcken ein Gewerbegebiet vor dem Wasser des eigentlich kleinen Flüsschens Else.

Pendler mussten Mittwochmorgen mit den Folgen von Burglind kämpfen

Am Mittwochmorgen hatten vor allem Pendler die Folgen des Sturmtiefs zu spüren bekommen. Zahlreiche Bahnstrecken und Straßen waren durch umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste blockiert. In Selm im südlichen Münsterland prallte ein mit 70 Fahrgästen besetzter Regionalzug gegen einen Baumstamm. Die Bahn sprang aus den Schienen und holperte laut Bundespolizei noch rund 120 Meter weit über die Bahnschwellen. Die Einsatzkräfte mussten sich den Weg durch ein matschiges Waldgebiet zur Unfallstelle bahnen. Alle Fahrgäste blieben unverletzt. Sie mussten mit Hilfe der Rettungskräfte zu Fuß aus dem unzugänglichen Gelände bis zum nächsten Straße laufen und dort in Busse umsteigen.

LÜNEN Sturm Burglind wütete am Mittwoch auch in Lünen. Ein Baum stürzte bei Alstedde auf die Gleise, wo deshalb der Triebwagen eines Regionalzugs entgleiste. Die Fahrgäste hatten Glück im Unglück.Am Abend wurde der Triebwagen abgeschleppt, der Zugverkehr soll den Betrieb jetzt wieder aufnehmen.mehr...

Auf den Autobahnen war die Situation größtenteils entspannt. Nach Angaben der Verkehrszentrale von Straßen.NRW gab es zwar einzelne Sperrungen - es habe aber bedingt durch die Weihnachtsferien keine großen Staus gegeben.

Feuerwehr und Polizei mussten zu mehr als 1500 Einsätzen ausrücken. Meist ging es aber um kleinere Einsätze. Drei Autofahrer wurden landesweit bei witterungsbedingten Verkehrsunfällen schwer verletzt. Viele Menschen in Mechernich hatten am Morgen zeitweise keinen Strom.

dpa

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