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Spielzeug-Raritäten sind bis zu 25.000 Euro wert

Markt im Brauhaus

Wer Puppen und Spielzeug für Kinderkram hält, wurde am Sonntag im Brauhaus eines Besseren belehrt. Denn beim Puppen- und Spielzeugmarkt lief man nur selten einem Kind über den Weg.

KIRCHHELLEN

von Von Astrid Mohr

, 11.03.2012

Stattdessen tummelten sich dort leidenschaftliche Sammler und Nostalgiker, die Kindheitserinnerungen wieder aufleben lassen wollten. "Bitte nicht berühren", hieß es am Puppenstand des Ehepaars Roth. Die Gelsenkirchener stellten über 100 Jahre alte Porzellanpuppen aus. Die wurden schon damals nicht zum Spielen hergestellt, sondern waren Statussymbole wohlhabender Familien. Die ältesten Puppen, wie die Nonne oder die Wahrsagerin, sind aus dem Jahr 1880. "Sie tragen sogar noch die Originalkleidung von damals", berichtet die Sammlerin stolz.

Das steigert auch ihren Wert enorm. 5000 Euro muss man für eine solche Puppe auf den Tisch legen. Leicht ist es schließlich nicht, gut erhaltene Puppen aus dieser Zeit zu finden. "Die Kleider können natürlich auch nachgearbeitet werden, aber das besondere Flair ist dann weg."

Sammeln ist eine Sucht

Aber was fasziniert die Besucher an den alten Stücken? Für die Sammler ist es fast schon eine Sucht. "Wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören", erklärte ein Besucher. Für die anderen ist es das Schwelgen in Erinnerungen, das zufällige Entdecken von Gegenständen aus der eigenen Kindheit. Judith Bardenhorst freute sich sichtlich, ein kleines Nadelmäppchen erworben zu haben. "Genau so eins habe ich damals für den Handarbeitsunterricht gekauft."

Viele Sammler kamen allerdings mit klaren Zielen nach Kirchhellen. "Ich bin auf der Suche nach einem bestimmten Motorrad von Technofix", berichtet ein Mühlheimer Besucher und zeigt sich optimistisch. "Das hier ist das beste Angebot, das man in NRW finden kann."

Nur fünf Exemplare weltweit Ein gut gefülltes Portemonnaie sollte man jedoch dabei haben, wenn man auf die wirklich exquisiten Stücke aus ist. Für das ein oder andere Spielzeugauto könnte man sich sogar einen Neuwagen leisten. 25 000 Euro ist zum Beispiel das Modelltaxi wert, das der Händler Michael Körber anbietet: Jahrgang 1908 und zudem das größte Spielzeugtaxi, das je gebaut wurde. Nur fünf Exemplare gibt es davon weltweit.

Wem das dann doch eine Nummer zu groß war, hatte aber immer noch genügend Auswahl an erschwinglicheren Spielsachen. Von Zinnsoldaten über Kinderbücher bis hin zu Teddybären reichte das Angebot. Und der tatsächliche Wert eines Stückes lag in vielen Fällen sowieso im Auge des Betrachters.

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