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90.000 Besucher beim Katholikentag in Münster

Kirche erhofft sich Image-Aufbesserung

Münster Die katholische Kirche in Deutschland steht nicht nur angesichts des öffentlich ausgetragenen Kommunionsstreits unter den Bischöfen in der Kritik. Der Katholikentag in Münster bietet nun immerhin breiten Raum für kritische Debatten - auch mit einem AfD-Politiker.

Kirche erhofft sich Image-Aufbesserung

13.05.2018, Nordrhein-Westfalen, Münster: Tausende Besucher nehmen an dem Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz teil. Der Katholikentag (vom 09.05. - 13.05.2018) ist das größte Laientreffen der katholischen Kirche in Deutschland unter dem Motto „Suche Frieden“. Veranstalter ist das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Foto: Guido Kirchner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa

Trotz des schwelenden Kommunionsstreits unter den deutschen Bischöfen wertet die katholische Kirche den Katholikentag in Münster als Erfolg und erhofft sich eine Image-Aufbesserung. Beim fünftägigen Laientreffen mit rund 90.000 Besuchern sei deutlich geworden, dass die Kirche in der Öffentlichkeit „präsent“ sei und sich mit den Themen, „die die ganze Welt“ bewegten, beschäftige, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx.

Dies sei nicht nur innerkirchlich eine wichtige Botschaft, sondern auch ein „Zeichen nach draußen“. Der Katholikentag habe „einen Raum für einen differenzierten Dialog“ geboten, „der kaum mehr in unserer Gesellschaft zu finden ist“.

Festgottesdienst auf dem Schlossplatz

Nach mehr als 1000 Veranstaltungen zu den verschiedensten Themen ging der 101. Katholikentag am Sonntag mit einem Festgottesdienst am Münsteraner Schlossplatz zu Ende. Die Zusammenkunft stand nicht nur im Zeichen innerkirchlicher Konflikte, sondern war nach dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran auch politisch aufgeladen. Das Katholikentags-Motto „Suche Frieden“ bekam auf diese Weise einen ganz aktuellen Aufhänger.

Kirche erhofft sich Image-Aufbesserung

Kardinal Reinhard Marx, Bischof von München und Freising und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz nimmt an dem Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz teil. Foto: dpa

Sternberg spricht von „frischer und aufgeweckter“ Kirche

Durch lebhafte und kritische Debatten habe der Katholikentag einen Kontrapunkt nach zuletzt etlichen Negativschlagzeilen über die Kirche gesetzt, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg. „Er hat das frische und aufgeweckte Gesicht der Kirche gezeigt, herausgestellt, welche Potenziale in ihr stecken, jenseits von Finanzskandalen und Missbrauchsfällen.“ Die Besucher seien „keine verschüchterten Schafe“ gewesen, es habe sich um ein „selbstbewusstes Gottesvolk“ gehandelt.

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Tausende Menschen waren beim Abschluss-Gottesdienst des Katholikentags dabei.

Foto: dpa

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Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident, spricht bei der Eröffnungsfeier.

Foto: dpa

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Drei Nonnen stehen auf dem Schlossplatz zum Start der Eucharistiefeier zum Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt.

Foto: dpa

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Mitglieder des Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen stehen zum Start der Eucharistiefeier zum Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt auf dem Schlossplatz.

Foto: dpa

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Zahlreiche Tretboote fahren während eines „Tretbootgottesdienst“ im Rahmen des Katholikentages über den Aasee.

Foto: dpa

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Gläubige singen beim Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt teil. Der Katholikentag ist das größte Laientreffen der katholischen Kirche in Deutschland unter dem Motto „Suche Frieden“.

Foto: dpa

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender (r) machen nach dem Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt ein Foto mit Vertretern des Apostolischen Vikariats Südliches Arabien.

Foto: dpa

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Menschen ziehen bei einer Demonstration gegen einen Auftritt beim Katholikentag vom AfD-Politiker Münz, der bei einem Podium: „Nun sag, wie hast Du es mit der Religion“ auftrat, durch die Stadt. Die Demonstration findet unter dem Motto: „Keine Bühne der AfD!“ statt.

Foto: dpa

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Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem (l) und des Deutschen Ordens (r) nehmen an dem Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz teil.

Foto: dpa

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Eine Demonstrantin hält bei einer Demo gegen einen Auftritt beim Katholikentag vom AfD-Politiker Münz.

Foto: dpa

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Zwei Besucherinnen machen vor dem Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz ein Selfie mit ihrem Handy.

Foto: dpa

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Eine Teilnehmerin steht mit einem T-Shirt und der Aufschrift: „Suche Frieden - Katholikentag Münster 2018“ vor dem Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz.

Foto: dpa

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Tausende Teilnehmer nehmen an dem Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz teil.

Foto: dpa

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Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz

Foto: dpa

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Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz

Foto: dpa

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Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, beim Hauptgottesdienst

Foto: dpa

Die einzige Podiumsdiskussion mit einem AfD-Politiker lief am Samstag teilweise aus dem Ruder. Bereits bei der Vorstellung des AfD-Bundestagsabgeordneten Volker Münz durch einen Einspielfilm rannten Aktivisten in der Messehalle zur Bühne und hielten ein Plakat hoch mit der Aufschrift „Suche Frieden - nicht die AfD - für eine antifaschistische Kirche“.

Auch später herrschte eine äußerst angespannte Atmosphäre, immer wieder wurden die Politiker oder der Moderator von Zwischenrufen unterbrochen. Vertreter von Union, SPD, Grünen, Linken und FDP arbeiteten sich größtenteils an AfD-Positionen und Münz ab, der mit umstrittenen Aussagen sowohl lautstarke Ablehnung als auch Zustimmung aus Teilen des Publikums erntete.

Kommunion protestantischer Ehepartner

Im Streit um die Teilnahme protestantischer Ehepartner an der Kommunion in katholischen Gottesdiensten könnte es darauf hinauslaufen, dass Bistümer künftig eine unterschiedliche Praxis dazu handhaben. Auf die Frage, ob eine Regelung vorstellbar sei, die nicht in allen Bistümern gelte, antwortete Marx: „Ja, das ist ja jetzt schon der Fall.

Wir können ja als Bischofskonferenz keine gesetzgebenden Maßnahmen ergreifen für die einzelnen Bistümer.“ Gesetzgeber eines Bistums sei immer der einzelne Bischof. Natürlich wolle man aber möglichst große Einmütigkeit erreichen, betonte Marx. In seiner Predigt im Abschlussgottesdienst rief er zur Beilegung des Streits auf: „In der katholischen Kirche selber müssen wir auch bei allem Ringen um den rechten Weg deutlich machen, dass wir eins sind, auch wir Bischöfe.“

Die Bischofskonferenz hatte unter Leitung des reformorientierten Marx im Februar mit Drei-Viertel-Mehrheit dafür gestimmt, protestantische Ehepartner in Einzelfällen zur Kommunion zuzulassen. Dagegen intervenierten sieben konservative Bischöfe um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki beim Vatikan. Papst Franziskus rief die deutschen Bischöfe daraufhin auf, „eine möglichst einmütige Regelung zu finden“. Wie Marx forderte auch Woelki am Sonntag via Videobotschaft, „die vielen Kleinkriege in unseren Gemeinden und in unseren Familien, ja auch unter uns Bischöfen“ müssten „befriedet“ werden.

Reformbewegung sieht Handlungsbedarf

Die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ befand, der Katholikentag habe den immer drängender werdenden innerkirchlichen und weltpolitischen Handlungsbedarf „in vielen Aspekten überdeutlich“ aufgezeigt. „Kirchenleitung wie Kirchenvolk müssen in der höchst gefährlichen Weltlage und angesichts der innerkirchlichen Notlagen endlich den Mut haben, die Reformimpulse von Papst Franziskus aufzugreifen und umzusetzen“, sagte „Wir sind Kirche“-Sprecher Christian Weisner. Der weiter ungelöste Kommunionsstreit allerdings sei „kein gutes Beispiel für die Suche nach Frieden“.

Nach dem 101. deutschen Katholikentag in Münster müssen die Gläubigen ungewöhnlich lange auf das 102. Laientreffen warten - nämlich bis 2022. Normalerweise werden Katholikentage alle zwei Jahre ausgetragen, doch das haut nun aus organisatorischen Gründen nicht hin. 2019 steht ein Evangelischer Kirchentag in Dortmund an, 2021 dann ein Ökumenischer Kirchentag in Frankfurt - eine Marathon-Veranstaltung, die Protestanten und Katholiken gemeinsam organisieren.

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Tausende Menschen waren beim Abschluss-Gottesdienst des Katholikentags dabei.

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Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident, spricht bei der Eröffnungsfeier.

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Drei Nonnen stehen auf dem Schlossplatz zum Start der Eucharistiefeier zum Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt.

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Mitglieder des Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen stehen zum Start der Eucharistiefeier zum Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt auf dem Schlossplatz.

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Gläubige singen beim Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt teil. Der Katholikentag ist das größte Laientreffen der katholischen Kirche in Deutschland unter dem Motto „Suche Frieden“.

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Menschen ziehen bei einer Demonstration gegen einen Auftritt beim Katholikentag vom AfD-Politiker Münz, der bei einem Podium: „Nun sag, wie hast Du es mit der Religion“ auftrat, durch die Stadt. Die Demonstration findet unter dem Motto: „Keine Bühne der AfD!“ statt.

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Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem (l) und des Deutschen Ordens (r) nehmen an dem Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz teil.

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Eine Demonstrantin hält bei einer Demo gegen einen Auftritt beim Katholikentag vom AfD-Politiker Münz.

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Zwei Besucherinnen machen vor dem Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz ein Selfie mit ihrem Handy.

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Eine Teilnehmerin steht mit einem T-Shirt und der Aufschrift: „Suche Frieden - Katholikentag Münster 2018“ vor dem Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz.

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Tausende Teilnehmer nehmen an dem Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz teil.

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Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz

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Hauptgottesdienst des Katholikentages auf dem Schlossplatz

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Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, beim Hauptgottesdienst

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