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Kevin-Prince Boateng hofft auf Pokalsieg

Frankfurt/Main. Weil sein Bruder Jérôme verletzt ist, fällt das Bruder-Duell im DFB-Pokalfinale aus. Dennoch freut sich Kevin-Prince Boateng auf das Highlight mit Eintracht Frankfurt gegen Rekordmeister Bayern München.

Kevin-Prince Boateng hofft auf Pokalsieg

Kevin-Prince Boateng (r) spielt mit Frankfurt das Pokalfinale in seiner Heimatstadt Berlin. Foto: Thomas Frey

Ein bisschen vermissen wird Kevin-Prince Boateng seinen verletzten Bruder Jérôme im Pokalfinale gegen Bayern München schon. Schließlich bekommt man nicht oft im Leben die Chance auf ein besonderes Familienduell - und dann auch noch in seiner Heimatstadt.

„Das ist etwas ganz Besonderes und wird sehr emotional. Ich wollte das Spiel immer schon mal spielen und nicht nur im Fernsehen anschauen. Für die Familie Boateng ist es natürlich sehr traurig. Wir sind beide enttäuscht“, sagte Kevin-Prince Boateng.

Allerdings gewinnt der Mittelfeld-Antreiber von Eintracht Frankfurt dem Ausfall des Weltmeisters von 2014 auch etwas Positives ab. „Jérôme ist einer der besten Innenverteidiger der Welt. Für die Eintracht ist es besser, dass er ausfällt.“ Engste Freunde und die Familie werden ihn im Olympiastadion anfeuern. „Wenn ich alle glücklich hätte machen wollen, hätte ich einen halben Block voll bekommen, so ungefähr 7000 Karten“, berichtete er.

Obwohl die Eintracht krasser Außenseiter ist, rechnet sie sich durchaus Chancen auf den Pott aus. „Es gibt immer Überraschungen im Fußball. Warum soll es am Samstag nicht so sein? Den Pott zu holen, wäre überragend“, sagte Boateng. Doch natürlich weiß der Mittelfeldmotor, dass sein Team nur der Außenseiter ist. „Es wird sehr schwierig werden. Die Bayern wollen unbedingt das Double für Heynckes holen. Wir dürfen keine Angst haben, müssen mit breiter Brust auftreten und unsere Möglichkeiten nutzen“, erklärte der 31-Jährige. Letztmals duellierten sich beide Brüder bei der WM 2010 - der eine für Ghana, der andere für Deutschland. Damals wurde das WM-Vorrundenspiel zum Bruderkrieg stilisiert, weil sich die beiden völlig unterschiedlichen Typen zuvor verkracht hatten. Grund war Kevin-Prince Boatengs Foul im englischen FA-Cup-Finale mit dem FC Portsmouth gegen den FC Chelsea, als er Deutschlands Kapitän Michael Ballack schwer verletzte und um die WM-Teilnahme brachte. Mittlerweile haben sie sich längst wieder versöhnt.

Während Jérôme der ruhige Typ ist, galt der große Bruder Kevin-Prince viele Jahre als einer, der kaum zu bändigen war und sich aus Geltungssucht schon mal drei Autos an einem Tag kaufte. Diese Zeit hat er hinter sich gelassen. „Das war harte Arbeit und nicht einfach, sein Image zu ändern“, bestätigte er. Früher sei er ein Bad Boy gewesen und habe das auch gebraucht. „Ich fand das sogar cool. Aber jetzt bin ich ein erwachsener Mann, dem es wichtig ist, dass sein Sohn kein Bad Boy wird.“

Pokale und Triumphe sind im Vergleich dazu nicht ganz so wichtig. „Ich will ja nicht Vorbild sein, weil ich die Champions League gewonnen habe. Mir ist es wichtiger, als Mensch wahrgenommen zu werden.“

Mit dieser Einstellung ist er in Frankfurt schnell zur Führungsfigur geworden und hat damit alle Skeptiker widerlegt, die seine Verpflichtung im vergangenen Sommer für einen Fehler hielten. Kevin-Prince Boateng war maßgeblich an der überraschend guten Saison beteiligt, auch wenn die Eintracht als Achter den Einzug in die Europa League knapp verpasste. Aber das können die Hessen ja noch korrigieren - mit einem Sensationssieg gegen die Bayern.

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