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Kershaw: Merkel soll Macrons EU-Reformpläne unterstützen

Aachen. Nächste Woche wird Frankreichs Präsident Macron in Aachen mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Die Karlsmedaille geht an den Historiker Ian Kershaw. Der hat eine klare Botschaft an Kanzlerin Merkel.

Kershaw: Merkel soll Macrons EU-Reformpläne unterstützen

Historiker Ian Kershaw. Foto: Oliver Berg

Der britische Historiker Sir Ian Kershaw hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, die EU-Reformpläne des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu unterstützen. „Ich hoffe sehr, dass Deutschland mitmacht, ich hoffe sehr, dass sich Macron mit seinen Reformplänen durchsetzt“, sagte der 75 Jahre alte Kershaw am Donnerstag in Aachen der Deutschen Presse-Agentur. „Die Chance könnte sonst vertan werden.“

Kershaw erhielt im Aachener Rathaus die Karlsmedaille für europäische Medien. Nächste Woche wird Macron dort mit dem Karlspreis ausgezeichnet, auch Merkel wird zu dieser Gelegenheit sprechen. Macron hat weitreichende Ideen für die Stärkung des Zusammenhalts der EU entwickelt.

„Es liegt vor allem an Deutschland, diese Initiative von Macron aufzugreifen“, sagte Kershaw. Daneben sei eine Stärkung der europäischen Identität erforderlich. Schüleraustausch und Städtepartnerschaften seien vielfach eingeschlafen und müssten unbedingt wieder aufgenommen werden. „Sonst bleibt Europa abstrakt und wird nur mit den trockenen Institutionen in Brüssel verbunden“, sagte Kershaw. „Man muss die EU von Grund auf erneuern und nicht nur von oben.“

Kershaw, einer der renommiertesten Experten für die Geschichte des Nationalsozialismus, ist ein profilierter EU-Befürworter und Brexit-Kritiker. Für die nächsten Monate sagte er heftige Debatten im britischen Unterhaus über das künftige Verhältnis zur EU voraus. „Das fängt jetzt schon mit der Frage einer Zollunion an.“ Irgendwann müsse es eine Abstimmung dazu geben. „Wenn Labour nahezu geschlossen und dazu noch die sonstigen Oppositionsparteien gegen die Regierung stimmen und dann noch 20 Abgeordnete von den Konservativen, dann wird die Regierung die Abstimmung verlieren.“ In diesem Fall sei vieles vorstellbar, selbst ein zweites Referendum. „Es ist nicht wahrscheinlich, aber es ist möglich“, sagte Kershaw.

Mit der Karlsmedaille werden Menschen und Institutionen aus dem Medienbereich ausgezeichnet, die in besonderer Weise zur europäischen Einigung und zur Herausbildung einer europäischen Identität beigetragen haben.

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