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Keine Folgeschäden

Fußball

So etwas entschärft die Rivalität ungemein – nach dem 1:1 (1:0) zwischen den Sportfreunden Stuckenbusch und dem TuS 05 Sinsen hatten alle Beteiligten ihr Gesicht gewahrt: Die Marler, weil sie die Saison als ungeschlagener Meister beendet hatten, und die Recklinghäuser, weil sie den Klassenerhalt aus eigener Kraft erringen konnten.

Recklinghausen

von Von Ralf Wiethaup

, 17.06.2012
Keine Folgeschäden

Ausgelassen: Das Stuckenbuscher Team nach dem geglückten Klassenerhalt. Foto: Wiethaup

Kein Wunder also, dass vornehmlich bei den Stuckenbuschern nach dem Abpfiff die Lebensfreude Purzelbäume schlug. So deutlich die Anspannung vor und während dieses Spiels spürbar gewesen war, so lautstark entlud sich letztlich die Erleichterung beim spielenden Personal. Dass Coach Michael Pannenbecker und sein Co-Trainer Thomas Mlodoch nicht mit voller Ekstase in das närrische Treiben ihrer Kicker einstimmten, hatte freilich einen Grund: „Wir waren davon unterrichtet, dass Langenbochum in Rentfort führt“, erklärte Pannenbecker nachher. Soll heißen: Der finale Kraftakt der Sportfreunde gegen die längst als Titelträger feststehenden Sinsener war eigentlich gar nicht mehr nötig. Doch gut tat es der Stuckenbuscher Seele trotzdem. Und als der Sinsener Vorsitzende Uwe Schirrmeister seinem Recklinghäuser Kollegen Volker Schmid und auch Pannenbecker zum Klassenerhalt gratulierte, war offenkundig, dass der verbale Sturm, der nach dem Hinspiel ausgebrochen war, keine irreparablen Folgeschäden hinterlassen hatte. Vor der Partie hatte der Stuckenbuscher Trainer den umgekehrten Weg beschritten und Schirrmeister sowie Sinsen-Coach Christoph Maziarz zum Aufstieg beglückwünscht. „Das gehört sich so“, erklärte Pannenbecker. Wer jedoch angesichts dieser ganzen Händeschüttelei davon ausgeht, dass sich die beiden Mannschaften nur noch eine lockere Partie Sommerfußball geliefert hätten, der irrt gewaltig. Von Beginn an ging‘s äußerst gereizt zur Sache, und eine besondere Würze bezog die Begegnung obendrein aus dem Umstand, dass Stuckenbusch bereits nach 70 Sekunden in Führung gegangen war: Flanke Christoph Maass, Ablage Mirko Eisen, Schuss Michael Lackmann ins lange Ecke – ein blitzsauberes 1:0. Der Bezirksliga-Gigant aus Sinsen schnaubte und drängte fortan, während die Gastgeber nur gelegentlich zu Entlastungsangriffen kamen. Und bei einem solchen verletzte sich in seinem letzten Spiel auch noch Daniel Bergmannshoff vermutlich schwer: Keeper Sven Jürgens war ihm aufs Knie gefallen, man darf das Schlimmste befürchten. Und nach dem Ausfall von Kevin Körnig war es der nächste Nackenschlag für Stuckenbusch, das sich allerdings im Rahmen der beschränkten Möglichkeiten glänzend wehrte und kaum Chancen zuließ. Als in der 47. Minute Boban Georgiev mit einem Schuss ins lange Eck den Ausgleich erzielte, musste man dennoch um die Gastgeber fürchten. Dass der Torschütze nach seinem Treffer jedoch über den halben Platz eilte und sich direkt vor Pannenbecker zu einer einsamen Provokationsgeste hinreißen ließ, hatte etwas von peinlichem Provinztheater. Da bewies sein Vorsitzender deutlich mehr Größe.Mirko Eisen musste kurz darauf eigentlich das 2:1 für Stuckenbusch erzielen, doch er drosch den Ball völlig frei vor dem Sinsener Tor in Richtung Hochlarmark (49.). Auf der anderen Seite hatten die Gastgeber jedoch Glück, als Normen Klöpperpieper nach einem Kopfball von Dominik Weinhold auf der Linie klärte (63.). Am Ende blieb es beim 1:1, und die Frage, ob das leistungsrecht war, ist an Tagen wie diesen völlig uninteressant. Fand auch Michael Pannenbecker: „Wir haben noch einmal alles reingehauen, was wir haben – und sind dafür belohnt worden.“