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Ronaldos Fallrückzieher gegen Turin

Jahrhunderttor versetzt Fußballwelt in Ekstase

Turin/Madrid Mit 33 Jahren erzielt Ronaldo das wohl schönste Tor seiner Karriere - und begeistert damit Freund und Feind gleichermaßen. Einem prominenten Deutschen verdirbt der Weltfußballer aber die Geburtstagsparty.

Jahrhunderttor versetzt Fußballwelt in Ekstase

Cristiano Ronaldo trifft sehenswert. Turins Torwart Gianluigi Buffon schaut stauenend hinterher. Foto: dpa

Trainer Zinedine Zidane fasste sich ungläubig an den Kopf, der spanische TV-Kommentator schrie sich die Kehle heiser - und sogar die Turiner Fans spendeten Christiano Ronaldo Applaus. Beim 3:0-Erfolg von Titelverteidiger Real Madrid bei Juventus im Viertelfinal-Hinspiel sorgte der Weltfußballer in der 64. Minute für eine Sternstunde der Champions League. Mit einem spektakulären Fallrückzieher traf er zum 2:0, nachdem er bereits den schnellen Führungstreffer (3.) der Gäste erzielt hatte. „Mamma mía!“, titelte am Mittwoch die Madrider Sportzeitung „Marca“.

Hard work pays off!

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Auf dem Rasen bedankte sich Ronaldo bei den Italienern auf den Rängen sichtlich bewegt mit gefalteten Händen und hochgestrecktem Daumen. „Das war für mich ein unglaublicher Augenblick“, sagte er nach dem Spiel. „So etwas habe ich in meiner ganzen Karriere noch nie erlebt, dass man mir auf des Gegners Platz zujubelt. Was die Juve-Fans gemacht haben ist unglaublich“, meinte der Portugiese. Auf Italienisch bedankte er sich dann noch mal: „Grazie!“

Mit dem Fuß auf 2,23 Meter

Ronaldo, der in der 72. Minute auch noch den entscheidenden Pass zum 3:0 durch Marcelo spielte, zeigt mit seinen 33 Jahren, dass das Karriereende kein Thema ist. Die spanische Zeitung „AS“ errechnete, dass Ronaldo beim 2:0 die Flanke von Dani Carvajal mit dem rechten Spann in einer Höhe von 2,23 Metern traf. „Aus welchem Planeten bist Du gekommen?“, fragt das Blatt den Stürmer daher auf der ersten Seite. „Marca“ schrieb, „CR7“ habe sich „den Himmel verdient“.

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Der Mann von der Insel Madeira wurde nach dem Real-Sieg mit Lob überhäuft und von spanischen Medien unter anderem als „Hexer“ und „ET“ gefeiert. Zwei Zahlen sprechen dabei für seine Qualität: 649 Karriere-Tore, davon 119 in der Champions League.

Ronaldo mit neuem Rekord

In der Königsklasse stellte er dank des Doppelpacks in Turin mit zehn Spielen in Serie mit Torerfolg einen Rekord auf. Diese Saison kommt er in der Champions League bereits auf 14 Tore - nur drei weniger als bei seiner Bestmarke aus der Spielzeit 2013/2014.

Juve-Verteidiger Andrea Barzagli sagte, dass Ronaldos Tor „wohl in die Geschichte eingehen wird“. Sogar Juve-Torwart Gianluigi Buffon gratulierte mit einer Umarmung und meinte anschließend, Ronaldo sei mit Legenden wie Diego Maradona, Lionel Messi und Pelé auf einer Stufe.

Ibrahimovic stichelt

Nur einer stichelte: Zlatan Ibrahimovic. Der schwedische Stürmer von LA Galaxy, als Sprücheklopfer bekannt, meinte im US-Fernsehen, Ronaldo habe „ein nettes Tor“ erzielt, er solle es aber nicht aus gut zehn, sondern „aus 40 Metern probieren“. Der 36-Jährige spielte damit auf sein Traumtor von 2012 an. Beim 4:2-Sieg Schwedens gegen England traf er damals ebenfalls per Fallrückzieher - aus mehr als dreißig Metern.

Real, in der Primera División derzeit nur auf Platz vier, war deutlich überlegen und hätte auch höher gewinnen können. Die Latte verhinderte zum Beispiel Tore von Kroos (36.) und Kovacic (87.). Als Juves bester Mann Paulo Dybala nur zwei Minuten nach Ronaldos Traumtor Gelb-Rot sah, hatten die Hausherren - die immerhin alle vier zurückliegenden Vergleiche mit Hin- und Rückspiel gegen Real für sich entschieden hatten - keine Chance mehr.

„Wenn einer besser ist, applaudiert man“

Für Buffon ist der Traum vom ersten Champions-League-Titel nun in weite Ferne gerückt. Es sei schlimm, dass seine Mannschaft nun vermutlich nicht weiterkomme, sagte der 40-Jährige. Der Trainer des italienischen Tabellenführers, Massimiliano Allegri, sprach von Pech, räumte aber auch ein: „Im Sport ist es wie im Leben: Wenn einer besser ist, applaudiert man und man macht sich wieder an die Arbeit, um so zu werden wie er.“

Für einen Profi der der alten Dame kam die Pleite zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt: Weltmeister Sami Khedira wurde am Mittwoch 31 Jahre alt. Zu Feiern gab es da vermutlich wenig.

Von dpa

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