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In ganz Europa wird ein Partner gesucht

Stadtwerke

Die Stadt hält weiter stramm Kurs auf Stadtwerke. Die eigens gegründete Energiekommission hat am Samstag einstimmig beschlossen eine europaweite Ausschreibung auf den Weg zu bringen.

RECKLINGHAUSEN

02.05.2011
In ganz Europa wird ein Partner gesucht

Auf dem Weg zu eigenen Stadtwerken muss sich die Stadt zunächst das Netz sichern.

Das sogenannte Verhandlungsverfahren wird in zwei Stufen abgewickelt. Ende Mai/Anfang Juni soll die Suche nach einem strategischen Partner zur Übernahme des Strom- und Gasnetzes gestartet werden. „Dabei erwarten wir von den Interessenten nur eine funktionale Leistungsbeschreibung, mit der Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit abgefragt werden. Und die Interessenten sollen sich erklären, ob sie prinzipiell auch zum Einstieg in das Vertriebsgeschäft bereit sind“, erklärte gestern Kämmerer Christoph Tesche bei einer Pressekonferenz, zu der Bürgermeister Wolfgang Pantförder eingeladen hatte. Keine Rolle spielte bei der ersten Sitzung des neuen Gremiums übrigens die Frage, ob Recklinghäuser Stadtwerke künftig Atomstrom anbieten oder nicht. Eine entsprechende Diskussion hatte vor der ersten Sitzung der Energiekommission Frank Cerny in der RZ angestoßen. Für den SPD-Fraktionschef kämen als Partner nur Unternehmen infrage, die sich eindeutig von der Atomkraft distanzierten.„Gegenwärtig beschäftigen wir uns nur mit der Übernahme des Netzes. Das müssen wir klar von Vertrieb und Erzeugung trennen. Und natürlich sind wir gehalten, diskriminierungsfrei ausschreiben“, betonte Pantförder. Der Kunde entscheide übrigens bereits heute frei darüber, welche Stromart er beziehe. Pantförder: „Das Netz muss aber für alle Anbieter verfügbar sein.“ In der zweiten Stufe des Verhandlungsverfahrens wird der Rat eine detaillierten Leistungskatalog für ein Geschäftsmodell festlegen. „Dabei wird es um die Übernahme von Risiken, Verteilung von Anteilen und wirtschaftliche Berechnungen gehen. Natürlich haben wir den Anspruch, als Stadt 51 % der Anteile zu übernehmen, sonst wäre keine politische Gestaltungsfähigkeit möglich“, erläuterte Pantförder.Insbesondere müssen die Bewerber Aussagen darüber treffen, wie sie mit dem Risiko des strittigen Kaufpreises für das Netz umgehen. So streiten sich die Experten, ob bei der Veräußerung des Netzes der Sachwert (ca. 78 Mio. Euro) oder der Ertragswert (ca. 35 Mio. Euro) zu veranschlagen ist.

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