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In Welpen-Kursen lernen Hunde fürs Leben

Dortmund (dpa/gms) - Was tun, wenn auf der anderen Straßenseite plötzlich eine Mülltonne klappert - schnell rüber rennen und daran schnuppern? Nichts da, Hunde bleiben gefälligst bei ihren Herrchen!

Damit sie das und vieles mehr von klein an begreifen, lohnt es sich, mit ihnen eine Welpenschule zu besuchen. Dort lernen die Vierbeiner auch, mit Artgenossen auszukommen. Und ebenso viel wie ihre Hunde lernen bei den Kursen oft die Halter.

Obwohl Hunde clever sind: Richtiges Verhalten ist ihnen nicht angeboren, sie müssen es erst lernen, erklärt Claudia Mohnkern vom Deutschen Hundesportverband im nordrhein-westfälischen Lünen. Und das klappt umso besser, je eher damit begonnen wird. «Der alte Satz 'Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr' stimmt nicht ganz, aber ein Funken Wahrheit ist dran», sagt Ariane Ullrich vom Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater im hessischen Hofheim.

Vor allem zwischen ihrer 5. und 16. Lebenswoche saugen Hunde Wissen und Erfahrungen regelrecht auf, sagt Ariane Ullrich - mit großen Auswirkungen auf das Verhalten. Daher können Halter mit ihren Tieren zur Welpenschule gehen, sobald sie sie vom Züchter zu sich geholt haben. Das ist meist nach der 8. Woche der Fall. «Oft wird aber zumindest darauf bestanden, dass die Tollwutimpfung wirksam geworden ist - dann ist man etwa bei der 12. Woche», sagt Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen in Dortmund.

Welpenkurse gibt es bei Zucht- oder Hundesportvereinen, aber auch bei kommerziellen Hundeschulen. Zunächst sollen sich die häufig noch tapsigen Vierbeiner dabei an den Umgang mit anderen Hunden gewöhnen - auch mit Vertretern anderer Rassen. «So lernen zum Beispiel große Hunde den richtigen Umgang mit kleinen, das vorsichtige Spielen», erklärt Mohnkern. Und kleine Hunde lernen, dass sie vor großen keine Angst haben müssen.

Dann geht es darum, die Tiere an störende Reize in ihrer Umgebung zu gewöhnen. Das kann eben die klappernde Mülltonne sein, die zum Losreißen verführen könnte, oder das Klingeln einer vorbei fahrenden Straßenbahn. «Nach einiger Zeit gehen die Ausbilder mit ihren Gruppen dann auch raus in den Straßenverkehr zum Üben», sagt Udo Kopernik.

Die Erziehung im eigentlichen Sinne beginnt erst später. Doch auch in der Welpenschule stehen laut Mohnkern Spiele auf dem Programm, bei denen die Tiere lernen, nicht an der Leine zu ziehen oder zum Halter zu kommen, wenn er ruft. «In den Welpenspielkursen lernen auch die Besitzer Grundlegendes über ihr neues Familienmitglied.» Das geht mit der Frage los, wie ein Hund stubenrein wird und reicht bis zu Tipps für das Verhalten der eigenen Kinder dem Vierbeiner gegenüber.

Im Gegensatz zu den Programmen sind die Gebühren für die Kurse je nach Anbieter höchst unterschiedlich. Nach Ullrichs Worten wird oft pro Stunde gezahlt - dann kann ein Halter mit seinem Hund auch einmal einen Termin versäumen, ohne sich ärgern zu müssen. «Das kann von quasi 0 bis etwa 10 Euro für jede Stunde gehen.» Vereine nehmen laut Claudia Mohnkern oft auch Gebühren für den ganzen Kurs, die zwischen etwa 25 und 60 Euro liegen können. Mitglieder, die einen jährlichen Beitrag zahlen, sind in der Regel kostenfrei dabei.

Auf der Suche nach einem Anbieter sollten Halter besonders darauf achten, dass es Gruppen gleichaltriger Tiere gibt: «Es sollte nicht vom Welpen bis zum neunmonatigen Hund alles zusammen gepackt werden», sagt Kopernik. Laut Caudia Mohnkern werden idealerweise sogar zwei Welpengruppen angeboten: eine für Tiere bis zur 16. Woche und eine für etwas ältere bis zur 24. Woche.

Danach kommt der Junghunde- und dann - je nach Entwicklung im Alter zwischen 6 und 12 Monaten - der Grunderziehungskurs. «Schon im Junghundekurs geht es verstärkt um Befehle wie 'Sitz!', 'Platz!' und 'Bleib!'», erklärt Ariane Ullrich den Unterschied zu den weitaus spielerischer aufgebauten Welpenkursen. «Die Hunde können sich in dieser Phase schon deutlich länger konzentrieren.»

Empfehlenswert ist es nach Worten der Expertin, vor der ersten Stunde für den Hund dem ausgewählten Anbieter einen Schnupperbesuch abzustatten. «Da würde ich schauen, ob er mir persönlich sympathisch ist und wie er mit den Hunden umgeht.» Ein gutes Zeichen sei es, wenn die Tiere freundlich, aber bestimmt behandelt werden - denn genau so sollte es der Halter zu Hause auch machen.

Verband der Hundeerzieher: www.bhv-net.de

Verband für das Deutsche Hundewesen: www.vdh.de

Hundesportverband: www.dhv-hundesport.de

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