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In Ávila blieb die Vergangenheit lebendig

Ávila (dpa/tmn) - Beeindruckend erhebt sich die mittelalterliche Kulisse von Ávila vor der Gebirgskette der Sierra de Gredos. Eine zwölf Meter hohe, mit Zinnen bewehrte Mauer umgibt seit mehr als 900 Jahren das alte Zentrum.

Etwa 4000 der 50 000 Einwohner leben hier. «Zur Blütezeit im 16. Jahrhundert waren es auf den 32 Hektar innerhalb der Befestigung fast 13 000», sagt der Historiker Serafin Tapia. Der Wohlstand kam vom Wollhandel.

Die Gegenwart scheint in Ávila noch nicht ganz angekommen zu sein. Das Leben verläuft gemächlicher als anderswo in Spanien, die Menschen wirken ernster. Durch die meisten der engen Gassen passen keine Autos. «Beginnen wir unseren Rundgang mit der Kathedrale», schlägt Esteban Herrera vor und erklärt, dass der Altarraum im 12. Jahrhundert als Teil der Wehrmauer entstand.

Auf den Treppen zum gotischen Gotteshaus erinnert eine Statue an die Schutzpatronin Spaniens, die Heilige Theresa. Sie wurde 1515 hier geboren und gründete den Orden der «Barfüßigen Karmeliterinnen». 30 Jahre verbrachte die Nonne im Kloster La Encarnación, heute ein Wallfahrtsort ihrer Verehrer. 1622 sprach der Papst sie heilig. Theresa gilt auch als Mystikerin und erhielt 1970 als erste Frau von Papst Paul VI. den Titel «Kirchenlehrer».

Um 13.30 Uhr schließt Schwester Antonia den Eingang zu Kloster und Kirche für zweieinhalb Stunden Mittagspause. Herrera macht aufmerksam, dass praktisch in allen Gotteshäusern und Museen die Siesta gilt. Ein guter Grund, sich in eines der Restaurants zu verziehen und regionale Spezialitäten zu probieren - etwa gebackene Forelle mit Schinken, dicke Bohnen mit Paprikawurst, Kohl mit Knoblauch oder ein Stück Fleisch des schwarzen Rindes. Als Nachtisch typisch ist das Eiergebäck «Yemas de Santa Teresa», das aus Klöstern stammt.

Der angehende Historiker Pasquale Ruffo aus Bologna konzentriert sich auf mittelalterliche Architektur und gerät in Ávila ins Schwärmen: «Sie müssen unbedingt das 1493 erbaute Kloster des Heiligen Thomas mit seiner monumentalen Kirche besuchen. Und auch die romanische Basilika San Vicente.» Ruffo hat sich gleich für ein paar Wochen hier einquartiert, um die historischen Bauwerke zu studieren. Wegen ihrer Bedeutung erklärte die Unesco Ávila 1985 zum Weltkulturerbe.

Am Stadttor Puerta del Alcazar dürfen Besucher auf die drei Meter dicke Mauer klettern und den Ausblick über die Stadt und das Gebirgsmassiv genießen. Die Wehrmauer mit ihren 2500 Metern ist zum Stolz der Einwohner zwar komplett erhalten, aber nur hier freigegeben.

Die meisten Touristen bleiben nur einen Tag in Ávila, das etwa 120 Kilometer nordwestlich von Madrid liegt und mit dem Auto gut erreichbar ist. In den bequemen Talgo-Zügen dauert die Fahrt weniger als eineinhalb Stunden. Wer länger bleiben will, findet auch Hotels - eine Reservierung ist sehr zu empfehlen. Der staatliche Parador ist in einem Palast aus dem 16. Jahrhundert an der Puerta del Carmen direkt an der Stadtmauer eingerichtet und gilt als das beste Haus.

Informationen: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstraße 14, 60323 Frankfurt, Telefon: 069/72 50 30, E-Mail: frankfurt@tourspain.es

Ávila Tourismus: www.avilaturismo.com

Spanisches Fremdenverkehrsamt: www.spain.info/de

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