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Im Wald - Ein Taunuskrimi

Berlin. Es ist der achte „Taunuskrimi“ im ZDF und der dritte als Zweiteiler. Hauptkommissar Oliver von Bodenstein muss in Waldhain ermitteln, seinem Heimatdorf. Spaß macht ihm das nicht gerade. Aus vielen Gründen.

Im Wald - Ein Taunuskrimi

Pia Sander (Felicitas Woll) und Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) ermitteln in Waldhain, dem Heimatdorf des Kommissars. Foto: ZDF/Sophie Schüler

Der neue „Taunuskrimi“ beginnt mit einem Blick weit zurück in die Vergangenheit: Es ist ein Sommertag vor 35 Jahren, ein Elternpaar ist verzweifelt, weil ihr elfjähriger Sohn Artur verschwunden ist. Die übrigen Dorfbewohner scheint das nicht zu interessieren.

Die nächste Szene zeigt eine Explosion nachts auf einem Campingplatz und eine Frau, die davon hochschreckt und die Feuerwehr ruft. Da ist noch nicht klar, dass sie bald sterben wird.

Wie Vergangenheit und Gegenwart zusammenhängen und was das Verschwinden des Jungen mit der plötzlichen Gewalt im Jetzt zu tun hat, muss Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) zusammen mit seiner Kollegin Pia Sander (Felicitas Woll) herausfinden. Das geht dem ohnehin gestresst wirkenden Hauptkommissar ziemlich nahe, denn Artur war damals sein bester Freund und ist nie wieder aufgetaucht.

Und der Campingplatz liegt bei Waldhain, dem idyllischen Dorf im Taunus, in dem er groß geworden ist. Den achten „Taunuskrimi“, der wie gewohnt auf dem gleichnamigen Bestseller von Nele Neuhaus basiert, zeigt das ZDF als Zweiteiler am Dienstag und Mittwoch, 2. und 3. Januar, jeweils um 20.15 Uhr.

Die Frau auf dem Campingplatz, die von der Explosion geweckt wurde, ist Felicitas Molin (Andrea Sawatzki), Journalistin und Schwester der Pächterin. Sie hat einen Mann wegrennen sehen - vielleicht einen Mörder. Denn in einem ausgebrannten Wohnwagen werden die Überreste einer Leiche gefunden. Die Polizei findet schnell heraus, dass eine Propangasflasche für die Explosion genutzt wurde - und die Tür zum Wohnwagen war von außen abgeschlossen. Der Tote hatte außerdem ein Loch im Kopf - er war mit dem Hammer erschlagen worden.

Ein ausgesprochen brutaler Mord also und nur der Beginn einer schrecklichen Serie. Bald danach wird die Mutter des Toten im Hospiz erdrosselt, dann der Pfarrer ermordet und in der Kirche aufgehängt. Felicitas Molin wird die Kehle durchgeschnitten, während sie in der Badewanne liegt. Manches spricht dafür, dass der junge Elias Lessing (Timur Bartels) etwas damit zu tun haben könnte, der mehr Probleme hat, als er emotional zu bewältigen in der Lage ist.

Aber Hauptkommissar von Bodenstein wird bald klar, dass die Ursachen für diese Gewaltausbrüche mit seiner Kindheit zu tun haben müssen. Und mit dem Verschwinden von Artur, Sohn einer aus Russland stammenden Spätaussiedlerfamilie, die in Waldhain nie wirklich akzeptiert wurde. Artur war an einem Augusttag 1982 bei Familie von Bodenstein zu Besuch und wurde danach nie wieder gesehen.

Ganz ausschließen lässt sich nicht, dass er zurückgekommen ist und Rache nimmt - jedenfalls solange nicht, bis sein kindliches Skelett in einem fremden Grab auf dem Friedhof entdeckt wird. Noch ein Mordopfer? Und ist vielleicht die Kinderbande dafür verantwortlich gewesen, in der auch Grafensohn Oliver von Bodenstein Mitglied war? Deren Motto lautete „Tod dem Verräter!“.

Peter Lessing (Samuel Weiss) gehörte ebenfalls dazu, schon damals ein Sadist und Unsympath, prädestiniert zum Anführer der Bande. Und Inka Hansen (Veronica Ferres), die in der Gruppe ebenfalls nicht gerade mit emotionaler Intelligenz glänzte. Weil alles mit allem zusammenhängt, geht es auch um Fußball, der für die Bandenmitglieder damals eine wichtige Rolle gespielt hat. Dass Ehrgeiz beim Kicken soziales Lernen nicht automatisch befördert, sondern manchmal eher Hass und Gewalt, zeigt der „Taunuskrimi“ auf nachdrückliche Weise.

Das Drehbuch von Anna Tebbe, frei nach Motiven aus dem Nele-Neuhaus-Krimi, verwebt das alles zu einem komplexen Muster. Die Entscheidung für einen Zweiteiler lag nahe. Ein richtig guter Krimi ist daraus aber nicht geworden. Auch Oliver von Bodenstein ist aus vielen Gründen nicht glücklich mit dem Fall. Kein Wunder, dass er ständig darüber nachdenkt, doch mal eine Auszeit zu nehmen. Verdient hat er sie sich.

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