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„Ich habe tatsächlich noch nie woanders gespielt“

Fußball: Marcel Dresken von der SG Selm im Interview

Wer mit 24 Jahren schon den Titel „Urgestein“ trägt, der genießt einen besonderen Status. Marcel Dresken ist so ein Typ, der sein ganzes Leben bei einem Verein spielen könnte. Auch für 2018/19 hat er bereits verlängert.

Selm

21.02.2018
„Ich habe tatsächlich noch nie woanders gespielt“

Marcel Dresken (l.) ist aus Selm derzeit nicht wegzudenken. © Reith

Marcel Dresken spielt Fußball in Selm. Seit er denken kann. Nie hatte er einen anderen Verein, trainierte bereits Jugendmannschaften der SG. Dresken könnte sich sogar vorstellen, seine Karriere in Selm zu beenden – mit kaum einem Selmer Fußballer gibt es wohl so einen hohen Identifikationsfaktor. Sportredakteur Sebastian Reith sprach mit dem 24-jährigen angehenden Grundschullehrer über den Rückrundenstart.

Wollen Sie fußballerisch nicht noch einmal etwas anderes sehen außer Selm?

Ich habe tatsächlich noch nie woanders gespielt, habe damals, 1999 musste das gewesen sein, bei Grün-Weiß angefangen. Ich gehe also mittlerweile auf die 20. Saison zu. Ob ich nochmal woanders spielen will, kann ich gar nicht sagen. Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht und Angebote gab es auch nie besondere. Es ist nichts geplant und ich habe auch schon für die nächste Saison zugesagt. Aber man soll niemals „nie“ sagen. Wer weiß, was ist, wenn man mal auf die 30 zugeht.

Wie haben Sie den Umbruch im Sommer erlebt?

Es kam für mich überraschend. Keiner wusste so recht, wo wir stehen, und die Kreisliga in Münster schätze ich als recht stark ein. Dafür haben wir es wirklich gut gelöst bis jetzt.

Wo wollen Sie mit der SG Selm hin?

Von den Plätzen oben sind wir zu weit weg. Da sind wir vom Spielerpotenzial auch noch nicht dran. Aber Ernst und Moral bringen die Spieler mit. Wenn wir noch ein, zwei Plätze klettern könnten, wäre das schön.

Zum Auftakt muss Selm zum Tabellenvierten SV Rinkerode am Sonntag (15 Uhr, Im Beul, Drensteinfurt).

Ja, das ist eine starke Truppe. Im Hinspiel hatten wir Glück. Wir haben zwar mit 2:0 geführt, aber sind mit der Zeit ziemlich unter Druck geraten, Es wird eine schwierige Aufgabe.

In der Winterpause gab es einen Abgang: Jan Rabitsch ist nach Nordkirchen gewechselt – ausgerechnet Selms Topstürmer. Schwächt das Selm?

Klar, er war ein Abgang, der wehtut. Er hat von den Minuten her auch am meisten gespielt. Wir sind auf der Mittelstürmerposition nicht so dicht besetzt wie in anderen Bereichen, etwa der Abwehr. Trotzdem glaube ich, dass wir das als Mannschaft kompensieren können. Da hat so mancher in der Vorbereitung gezeigt, dass er auch treffen kann.

Selms Vorbereitung sieht ordentlich aus.

Ja, generell schon. Wir hatten das Alstedde-Spiel dabei, das nicht so gut war, aber das ich auch gar nicht bewerten kann, weil ich nicht dabei war. Ansonsten haben wir gute Spiele gezeigt – trotz dünn besetzten Kaders in den Spielen. Das sollte Anreiz genug sein. Wir sind schlagfertig genug.

Mark Bördeling und Deniz Sahin – vergleichen Sie mal Ihren alten und Ihren neuen Trainer.

(überlegt lange) Das ist eine schwierige Frage, sie sind vom Typ her unterschiedlich. Bei Deniz ist es so, dass die soziale Komponente wichtiger ist: Teambuilding und eine gute Stimmung in der Truppe. Bei Mark waren die Ergebnisse wichtiger. Das soll nicht heißen, dass sie unter Deniz nicht wichtig sind. Beide haben hohe Fachkenntnis und die Trainingsinhalte sind gar nicht so verschieden.

Wollen Sie auch ins Trainergeschäft?

Ich habe ja seit der Gründung der SG 2010 im D-Jugend-Bereich gearbeitet und habe die Jungs bis in die A-Jugend begleitet. Ich spiele jetzt mit Spielern zusammen, die früher mal bei mir trainiert haben. Jannik Blecher ist so ein Beispiel oder unser Nachwuchstorhüter Nils Böckenbrink. Es kommen noch einige weitere dazu, die bei der ersten Mannschaft mittrainieren. Momentan schaffe ich es aber zeitlich nicht, eine Mannschaft zu trainieren, weil ich nach Dortmund gezogen bin.

Also haben Sie sich in gewisser Weise selbst die Spieler herangezüchtet, die Sie verdrängen könnten?

(lacht) Ja, so könnte man es sagen. Aber das würde ich auch in Kauf nehmen.

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