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IWF: Wirtschaftlich gute Zeiten halten nicht ewig

Washington. Die Weltwirtschaft brummt weiter - doch aus der Ferne sind erste Störgeräusche zu vernehmen. Der Internationale Währungsfonds warnt die Regierungen in aller Welt: Das Dach muss man reparieren, solange das Wetter schön ist.

IWF: Wirtschaftlich gute Zeiten halten nicht ewig

Der Chefvolkswirt des IWF, Maurice Obstfeld. Foto: Dhawn Thew

Ungeachtet eines weiterhin strammen weltweiten Wirtschaftswachstums warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) vor erheblichen Risiken für die globale Konjunktur.

„Die im Moment guten Zeiten werden nicht lange halten“, sagte der Chefvolkswirt des IWF, Maurice Obstfeld, in Washington. Der gegenwärtige Handelsstreit, vor allem zwischen den beiden größten Volkswirtschaften USA und China, sei ein großes Risiko und könne Wachstum früher als nötig abwürgen. 

In Industrieländern seien alterndes Personal, Fachkräftemangel und nur langsam wachsende Produktivität ein weiteres Problem. Obstfeld forderte die Regierungen auf, finanzielle Puffer zu bilden. Mit vernünftiger Politik könne die Wachstumsperiode in die Länge gestreckt werden. 

Mit Blick auf die USA bezeichnete Obstfeld den Flirt von Präsident Donald Trump mit Handelskriegen als auf den ersten Blick paradox - besonders in einer Zeit wirtschaftlicher Expansion. Der Grund liege in der Tatsache, dass das Wachstum der Wirtschaft bisher bei unteren bis mittleren Einkommensschichten nicht in ausreichendem Maße angekommen sei. „Viele Haushalte haben wenig oder gar nicht vom Wachstum profitiert“, sagte Obstfeld. Die Zahl der Nutznießer des Wirtschaftswachstums müsse vergrößert werden. 

Neben der aktuellen Debatte um die Abkehr von einem freien Handelssystem sei besonders die historisch hohe Schuldenlast, gerade in den USA und China bedenklich. Hohe Schulden verbunden mit einer Normalisierung der Zinsen auf höherem Niveau und aber immer noch lockerer Geldpolitik bedeuteten eine Gefahr. „Trotz auf kürzerer Sicht guter Nachrichten gibt es eher ernüchternde Neuigkeiten auf mittlere Sicht“, sagte Obstfeld bei der Vorstellung des IWF-Weltwirtschaftsberichtes. 

So sei etwa das Wachstum in den USA, vom IWF bei 2,9 Prozent für dieses und nächstes Jahr prognostiziert, durch einen enormen Stimulus in Form der jüngsten Steuerreform begünstigt. „Dieser erklärt mehr als ein Drittel der Anhebung unserer Prognose vom Oktober 2017“, sagte Obstfeld. Insgesamt wird die Weltwirtschaft in diesem und im nächsten Jahr der IWF-Vorhersage zufolge um 3,9 Prozent wachsen, getragen von den USA, der Eurozone und Japan. Dies bedeutet keine Änderung im Vergleich zur Prognose im Januar. 

Für die Eurozone liegt die Projektion für dieses Jahr 0,2 Punkte höher bei 2,4 Prozent. Die Erwartungen für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr wurden ebenfalls um 0,2 Punkte auf 2,5 Prozent angehoben.

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