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Horst Kurpicz: Mit Humor gegen jüngere Fußballer

CASTROP-RAUXEL Horst Kurpicz wagt sich auch gegen 40 Jahre jüngere Gegner auf das Fußballfeld. Der 58-jährige Trainer des C-Ligisten Adler Rauxel springt gelegentlich als Spieler in der eigenen ersten Mannschaft ein und kann dabei seine Erfahrung aus fast einem halben Jahrhundert Fußball einbringen. Ein Porträt.

von Von Jörg Laumann

, 03.10.2008

Zuletzt setzte der Trainer Kurpicz den Spieler Kurpciz ein, als Adler in der ersten Runde der Fußball-Stadtmeisterschaft nur zehn Spieler zur Verfügung standen. Eine Halbzeit lang stand der 58-Jährige im Spiel gegen den Bezirksligisten SuS Merklinde selbst auf dem Feld, musste sich mit seinem Team aber letztlich deutlich mit 0:14 geschlagen geben. "Man hat den Klassenunterschied schon gemerkt", sagt Kurpicz, "die Merklinder waren in vielen Situationen einfach zu schnell für uns."

Für ihn selbst war das sportliche Duell mit bis zu 40 Jahre jüngeren Gegnern kein ungewohntes Erlebnis. Auch in der Kreisliga C läuft Trainer Kurpicz gelegentlich für Adler Rauxel auf, wenn die Personaldecke zu dünn geworden ist. Hämische Kommentare seiner Gegenspieler nimmt der gelernte Bergmann mit Humor. "Es wird durchaus schon mal über meine fehlende Schnelligkeit gelästert", sagt Kurpicz. "Wenn ich den Gegenspielern dann aber mein Alter verrate, sind sie meistens ganz schnell ruhig."

Anfänge in den 60-ern

Mit 58 Jahren kann Horst Kurpicz, der heute als Rentner mit seiner Familie in Rauxel lebt, fast auf ein halbes Jahrhundert im Castrop-Rauxeler Fußball zurückblicken. Bereits Anfang der 1960er Jahre begann die fußballerische Laufbahn des damals zehnjährigen Horst. Auch damals lief der gebürtige Rauxeler für seinen Heimatverein DJK Adler Rauxel auf, wechselte allerdings elf Jahre später zum damaligen Bezirksligisten SG Castrop. Der nächste Wechsel, drei Jahre später, führte wiederum einen Ortsteil weiter. Kurpciz schloss sich dem A-Ligisten BW Obercastrop an und blieb dort auch nach dessen Fusion mit Wacker Castrop. Nachdem Kurpciz noch einige Jahre für die Altherren-Mannschaft in der Erin-Kampfbahn aufgelaufen war, erreichte ihn der Ruf seines Heimatvereins.

Der C-Ligist Adler Rauxel suchte 2005 nach einem neuen Trainer und fragte bei Kurpicz an. "Ich kannte in der Mannschaft fast alle Spieler und habe das Amt gerne übernommen", erinnert sich der Routinier. Im aktuellen Team der Rauxeler findet Kurpicz dabei ein durchaus familiäres Umfeld vor. Sohn Marcel und Schwiegersohn Mike Heiser spielen für Adler, der jüngere Kurpicz-Sprössling Dennis wird sich voraussichtlich ebenfalls dem C-Ligisten anschließen.

Kleine Brötchen

Sportlich werden beim Rauxeler Club, der zu Heimspielen und Trainingseinheiten mittlerweile nach Pöppinghausen reisen muss, eher kleine Brötchen gebacken. Trainer Kurpicz will vor allem das Problem der geringen Trainingsbeteiligung beim aktuellen Tabellenvorletzten in den Griff bekommen, äußert aber auch ansatzweise Verständnis für die Spieler. "Einige haben einfach keine Lust auf die weite Fahrt zum Training", sagt er. "Pöppinghausen ist für uns keine gute Lösung."

Nachdem im vergangenen Jahr Platz neun in der untersten Spielklasse erreicht wurde, soll Adler Rauxel in dieser Saison zumindest dieses Niveau halten. "Unser Ziel ist es, unter die ersten Zehn kommen", sagt Horst Kurpicz - und fügt schmunzelnd hinzu: "Absteigen werden wir ja in jedem Fall nicht."

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