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„ … und dann setzt man uns diese Batterie vor die Tür“

Anwohner-Ärger um Kita „Abenteuerland“ in Herbern

Die Kita „Abenteuerland“ ist den Anwohnern der Straße „Auf den Äckern“ in Herbern ein Dorn im Auge. Sie waren beim Bürgermeister, wandten sich an die Fraktionen – und haben trotzdem nicht das Gefühl, gehört zu werden. Grund des Ärgers sind aber weder spielende Kinder noch ist es die Lautstärke.

Herbern

, 08.05.2018
„ … und dann setzt man uns diese Batterie vor die Tür“

Die Anwohner der Straße „Auf den Äckern“ (links oben), die ihren Namen nicht online lesen wollen, ärgern sich schon länger über die triste Optik der Kita (hinten), die zunächst für fünf Jahre an diesem Standort stehen soll. Auch um den Erhalt des angrenzenden öffentlichen Spielplatzes (im Bild) sorgen sie sich. © Vanessa Trinkwald

Es geht nicht um den Kindergarten, sagen die sechs Eltern, die am Montagabend aus ihren Häusern kommen und Richtung Kita blicken. „Es geht nicht um die Kinder und auch nicht um die Lautstärke“, sagt ein Vater. Sondern um den Informationsfluss und darum, als Anwohner von Politik und Verwaltung nicht ernst genommen zu werden. So sei zumindest der Eindruck.

Als man ihnen Ende 2017 die ersten Container vor die Haustür stellte, fühlten sich die Anwohner der Straße „Auf den Äckern“ erstmals komplett überrumpelt. Ja, es habe einen Infoabend gegeben. Als die Sache feststand. „Als die Planung damals öffentlich wurde, hatten wir uns mit einem Schreiben an alle Fraktionen gewandt“, sagt eine Mutter. „Nur die SPD hat sich überhaupt zurückgemeldet.“

Kita wird erweitert: Neue Container sollen kommen

Nun steht die neue Kita „Abenteuerland“ unter der Trägerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Hamm seit knapp einem halben Jahr auf der Wiese hinter dem Jochen-Klepper-Haus – lindgrüne Container-Module inmitten von rotem Klinker. „Man hat uns bei unseren eigenen Häusern damals genaue Vorschriften zur Optik und zur Dachneigung gemacht“, sagt eine Mutter. „Um uns dann diese lange Batterie vor die Tür zu setzen? Sie merken, mich regt das auf.“

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Wie berichtet, wird die Kita zum neuen Kindergartenjahr 2018/19 um zwei zusätzliche Gruppen erweitert – neue Container sollen kommen und in Richtung des angrenzenden öffentlichen Spielplatzes aufgestellt werden. Im jüngsten Jugendausschuss kam der Vorschlag auf, in der Nähe nach einer Alternativfläche für den Spielplatz zu suchen – den Bereich also dem Kita-Areal zuzuschreiben, um trotz der neuen Container ausreichend Spielfläche zu gewährleisten.

Gleiches Spiel, sagen die Eltern: „Als die Pläne öffentlich wurden, haben wir die Sprechstunde des Bürgermeisters besucht. Wir haben nicht das Gefühl, gehört worden zu sein.“ Den Spielplatz habe man damals über die Erschließungskosten mitgetragen. „Und jetzt kommt der vielleicht weg? Es gibt Kinder in den umliegenden Häusern, für die wäre das sehr schade.“

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Eine Kombi-Lösung zwischen öffentlichem Spielplatz und Spielfläche für die Kita-Kinder schloss die Verwaltung im Jugendausschuss aus Gründen der Aufsicht komplett aus. „Warum?“, fragt eine Mutter. „Die Kita St. Hildegardis besucht den Spielplatz auch zwischendurch.“ Es ist ein Einwand unter vielen.

Eltern fordern, die Pläne zu überdenken

Was an diesem Abend bleibt, ist der Wunsch der Eltern, die Pläne noch einmal zu überdenken – und vor allem rechtzeitig zu informieren. Einen Infoabend für Anwohner soll es geben, hatte Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus bereits im Jugendausschuss Ende April angekündigt. Einen konkreten Termin gibt es aber noch nicht – „ohne die nötigen Unterlagen macht das keinen Sinn, weil wir die Pläne an diesem Abend natürlich auch zeigen wollen“.

Derzeit seien Tiefbauer damit beschäftigt, Alternativstandorte für den öffentlichen Spielplatz auszuloten. Eine endgültige Entscheidung – auch darüber, ob der Spielplatz überhaupt verlegt wird – muss dann die Politik treffen. Fest steht, sagt Sunderhaus: „Wir haben mit der Kita-Versorgung einen öffentlichen Auftrag.“ Und: „Alle Vorschläge, die jetzt gemacht werden, kosten eine Menge Geld.“

Das sagt die Verwaltung zu einzelnen Eckpunkten:
  • Begrünung der Kita-Fläche: Eigentlich hätte im Frühjahr eine Bepflanzung erfolgen sollen. Wegen der anstehenden Erweiterung der Kita habe man das Vorhaben aber verschoben.
  • Aufwertung der Fassade: Eine optische Verschönerung der Container sei mit erheblichen Kosten verbunden und derzeit nicht geplant. „Die Kosten für eine Holzfassade etwa können wir in den nächsten Jahren nicht wieder einfangen“, sagt Sunderhaus.
  • Jochen-Klepper-Haus: Kann das Klepper-Haus in die Planung mit einbezogen werden, etwa für eine Spielfläche oder die Unterbringung von Kindern? In Absprache mit dem Träger sei das nicht vorgesehen. Außerdem seien die Grundstücke getrennt voneinander. Eine mögliche Verbindung zwischen „Abenteuerland“ und Klepper-Haus müsste finanziert werden.