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Saft des Lebens wird im Sommer knapp

Blutspende Heek

Die deutsche Elf ist ausgeschieden. Gut so, sagt das Deutsche Rote Kreuz. Denn die Fußball-WM hat für den Blutspendedienst negative Auswirkungen - auch in Heek.

Heek

, 04.07.2018
Saft des Lebens wird im Sommer knapp

Ganz entspannt laufen die Blutspendetermine in der Dinkelgemeinde ab. © Martin Mensing

In jedem Sommer sinkt die Spendenbereitschaft. Ist dann auch noch Weltmeisterschaft, kommen noch weniger zum Blutspenden. Generell wird in Heek ein deutlicher Rückgang der Blutspender registriert. Das soll sich aber wieder ändern.

„Die erste negative Erfahrung haben wir in Epe am Freitag, 15. Juni, gemacht. Deutschland war gar nicht im Spiel, aber Portugal spielte gegen Spanien, Ägypten gegen Uruguay und Marokko gegen den Iran. Während des Blutspendetermins in Epe blieben mit Anpfiff der Spiele die Blutspenderliegen leer. Insgesamt kamen nur 137 statt der eigentlich erwarteten 180 Blutspender“, berichtet Claudia Müller vom DRK-Blutspendedienst West.

In Nordrhein-Westfalen werden täglich 3000 bis 3500 Blutspenden für Krebspatienten, Unfallopfer oder Menschen mit anderen gravierenden gesundheitlichen Problemen benötigt. Besonders häufig werden Blutkonserven mit der Blutgruppe 0 (besonders mit Rhesusfaktor negativ) angefragt. Das DRK strebt an, immer eine Sicherheitsreserve für drei Tage zu haben.

Damit es nicht zu Engpässen kommt, sind auch Ideen gefragt. So wurde am 17. Juni, als Deutschland gegen Mexico spielte, der Blutspendetermin in Weseke vom Nachmittag auf den Vormittag verlegt. In Gescher hat der Ortsverein in den beiden darauf folgenden Tagen ein WM-Trikot verlost. Beide Male überstiegen die Besucherzahlen die Erwartungen. In Heek hat der Rückgang der Blutspenderzahlen einen anderen Grund: Der Blutspendedienst kann die Kreuzschule wegen der offenen Ganztagsbetreuung seit 2016 nur noch freitags nutzen. Vorher war Mittwoch immer der Heeker Blutspendetag. Gab es 2015 noch 720 Blutspender, waren es 2016 nur 683, im vergangenen Jahr dann 619. Im ersten Halbjahr wurden bislang 224 Spenden verbucht.

Rückgang in Heek

Bei den Gesamtzahlen in Heek fällt der Rückgang nicht so dramatisch auf, da einige Heeker Blutspender zur Blutspende nach Nienborg gefahren sind. In beiden Ortsteilen waren es 2017 insgesamt 1210 Spenden, 2016 waren es 1143. „Wir möchten aber im nächsten Jahr wieder mehr Blutspender im Ortsteil Heek begrüßen“, sagt Claudia Müller. Deshalb wird im Januar 2019 ein monatlicher Blutspendetermin in Heek eingeführt: an jedem vierten Mittwoch im Monat im DRK-Heim, Stroot 33.

Ähnliche Gründe gibt es in Südlohn. Oeding verzeichnet einen spürbaren Blutspenderrückgang, da die Von-Galen-Grundschule seit November 2017 nur noch an einem Tag genutzt werden darf. Früher fanden die Blutspendetermine immer donnerstags und freitags statt. In Oeding hat das DRK 2017 noch 639 Blutspender begrüßt, im ersten Halbjahr 2018 nur 261.

Der Monatstermin, der in Heek geplant ist, wurde in Vreden in diesem Jahr bereits eingeführt. Mit Erfolg: Dort kann an jedem ersten Donnerstag im Monat im DRK-Haus Blut gespendet werden. „In den ersten fünf Monaten 2018 konnten wir schon 838 Blutspender begrüßen. Im ganzen Jahr 2017 waren es 1613“, erläutert Claudia Müller. Die Zahlen für Vreden mit Ammeloe, Ellewick und Lünten stiegen von 2924 in 2016 auf 2988 in 2017.

Im gleichen Zeitraum gestiegen sind die Zahlen in Ahaus (2016: 4883/2017: 4892) sowie in Südlohn und Oeding von 1323 auf 1327, ansonsten leicht gesunken: in Legden und Asbeck von 1243 auf 1180, in Stadtlohn von 2924 auf 2757.

Spenden kann jeder ab 18 Jahre, der gesund ist. Erstspender sollten höchstens 68 Jahre alt sein. Etwa ein halber Liter Blut wird bei einer Vollblutspende abgenommen. Die eigentliche Blutabnahme dauert wenig mehr als fünf Minuten. Insgesamt sollte für Anmeldung, Arztgespräch, Spende und Imbiss etwa eine Stunde eingeplant werden. Männer können jährlich sechs Mal Blut spenden, Frauen vier Mal. Derzeit spenden in Deutschland nur etwa drei bis vier Prozent der spendefähigen Bevölkerung, aber rund 80 Prozent aller Deutschen werden einmal in ihrem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen sein, so das DRK. Inzwischen werden die meisten Blutpräparate in der Krebstherapie eingesetzt. Gespendetes Blut wird vom DRK-Blutspendedienst immer auf Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis A, B und C, Syphilis und Parvovirus B19 (Erreger der Röteln) untersucht.