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HSV-Neustart nach Abstiegsschock

Hamburger SV peilt den sofortigen Wiederaufstieg an

HAMBURG Nach 55 Jahren muss der HSV als letztes Bundesliga-Gründungsmitglied trotz des 2:1 gegen Mönchengladbach den Weg in die 2. Bundesliga antreten. Der Klub muss sich neu erfinden, um das Ziel Wiederaufstieg zu schaffen. Zentrale Figur ist Trainer Christian Titz.

Hamburger SV peilt den sofortigen Wiederaufstieg an

Christian Titz (M.) soll den HSV auf direktem Weg zurück in die Bundesliga führen. Foto: dpa

Nach dem ersten Schock über den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga nach 55 Jahren richtete sich der Blick der Verantwortlichen nach vorn. „Wir sind voll handlungsfähig und arbeiten ab jetzt intensiv an dem klaren Ziel, bestmöglich vorbereitet in die nächste Saison zu gehen und den direkten Wiederaufstieg zu realisieren“, sagte Vorstand Frank Wettstein am Samstag nach dem am Ende nutzlosen und von Randale überschatteten 2:1 des HSV gegen Borussia Mönchengladbach. Auch Klub-Präsident und Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann bemühte sich, Zuversicht im schwersten Moment der Club-Geschichte zu verbreiten: „Die Raute und auch wir als Club haben trotz dieses bitteren Augenblicks viel Kraft - und werden in Zukunft auch wieder Stärke ausstrahlen.“

Einige Spuren hinterlassen

Zentrale Figur beim Neuaufbau in Liga zwei ist Christian Titz. Der Mitte März vom U21-Trainer zum Chefcoach der Profis beförderte 47-Jährige darf trotz des Abstiegs bleiben. In den acht Spielen unter seiner Leitung holte die Mannschaft immerhin 13 Punkte. „Als ich vor acht Wochen hier angefangen habe, war mir bewusst, dass dieser Tag heute genau so kommen kann“, sagte Titz am Samstag, dessen Arbeit auch ohne Happy End überzeugt hat. „Ich hatte den Fokus immer darauf gerichtet, dass wir den Klassenerhalt schaffen können.“

Hamburger SV peilt den sofortigen Wiederaufstieg an

Die Ausschreitungen kurz vor dem Ende des Spiels gegen Gladbach werden Folgen für den HSV haben. Foto: dpa


Dennoch hat er einige Spuren hinterlassen können: Er ließ einen neuen Stil spielen, baute junge Leute in die Mannschaft ein, verbreitete Zuversicht, versöhnte das Team mit den Fans. Anfang der Woche sollen die letzten Details für den Zweijahresvertrag geklärt werden.

Vor dem Start in die 2. Bundesliga müssen auf Wettstein, Hoffmann und Titz noch einige Baustellen beim HSV erledigen. Ein Sportvorstand fehlt noch seit der Trennung von Jens Todt Anfang März. Wie die Mannschaft aussehen wird, ist auch noch offen. Titz wird verstärkt auf junge Spieler setzen - auch aus finanziellen Gründen.

Wer bleibt? Wer geht?

Die Verträge einiger Leistungsträger der letzten Wochen wie die der Samstag-Torschützen Aaron Hunt und Lewis Holtby laufen aus. Der Verbleib dieser Großverdiener ist unwahrscheinlich. Kapitän Gotoku Sakai bekannte sich hingegen zum HSV und will auch in der 2. Liga bleiben. Abwehrchef Kyriakos Papadopoulos ließ seine Zukunft erst einmal offen.

Und da sind noch die Randalierer unter der großen HSV-Anhängerschaft, die der Verein in den Griff bekommen muss. Die Ausschreitungen kurz vor dem Ende des Spiels gegen Gladbach werden Folgen für den Verein haben - zumindest wohl eine empfindliche Geldstrafe.

„Wir sind Hamburger und ihr nicht“

Als der Abstieg nicht mehr abzuwenden war, waren Gewalttäter durchgedreht. In einer vorbereiteten Aktion zündeten sie Pyrotechnik und steckten Pappen an. Hundertschaften der Polizei kamen aufs Feld. Immerhin: Die übergroße Mehrheit der Fans unter den 57 000 Zuschauer rief: „Wir sind Hamburger und ihr nicht“ und forderte die Polizei auf: „Holt sie raus!“.

Von dpa

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